Viertelleben-Krise /pascalkeller.com

Irgendwo in der Mitte unserer Zwanziger beginnen wir unruhig zu werden.

Wir sind unzufrieden, wenn wir uns morgens aus dem Bett quälen. Wir vergleichen unser Leben mit den Idealen, die wir immer davon hatten. Wir vergleichen unseren Erfolg mit dem Erfolg unserer Freunde und Studienkollegen. Wir schauen morgens in unser müdes Gesicht und realisieren:

“Fuck, da muss es doch noch mehr geben!”

Wir werden immer unruhiger und langsam setzen Selbstzweifel ein. Das ist, wenn uns nächtlich die immer selben Fragen besuchen kommen:

“Habe ich den richtigen Job?” “Lebe ich in der richtigen Stadt?” “Wie kann ich meinem Leben mehr Sinn geben?” “Sollte ich mehr reisen?” “Arbeite ich hart genug?” “Bin ich faul?” “Wovon renne ich davon?” “Wo renne ich hin?” “Wird meine Beziehung halten?” “Bin ich glücklich?” “Was ist überhaupt Glück?” “Habe ich die richtigen Entscheidungen getroffen?” “Was sind meine Träume?” “Lebe ich meine Träume?” “Bin ich gescheitert?” “Bin ich erfolgreich?” “Was ist Erfolg überhaupt?” “Lebe ich mein ideales Leben?” “Wie kann ich mehr aus meinem Leben machen?”

Kennst du diese Fragen? Ich schon.

Diese Fragen sind anstregend. Diese Fragen sind zermürbend. Diese Fragen sind….

…ein Geschenk!

“Waaaas?”, starrst du entsetzt auf deinen Bildschirm, “ein Geschenk? Hör auf dich über meine Situation lächerlich zu machen, Pascal!”

Doch ich meine es ernst.

Die Phase deiner Zwanziger, in der du voller Selbstzweifel, Frustration und Angst bist, ist die vielleicht wichtigste Entwicklungsphase deines Lebens.

Du schüttelst ungläubig den Kopf?

Na gut, dann lass es mir dir erklären.

 

Ein linearer Lebenslauf

Auf unserem Weg zum Erwachsenwerden leben wir so linear wie kaum eine Mathe-Funktion.

  1. Grundschule.
  2. Gymnasium.
  3. Hochschule.
  4. Ausland.
  5. Master.
  6. Bürojob.

Stufe für Stufe klettern wir die Karriereleiter hoch, immer mit dem Ziel, die nächste Stufe zu erreichen. Und die nächste und die nächste…

Keine Fragen. Keine Reflektion. Kein Umkehr. 

Einfach hochklettern, immer weiter fleißig hochklettern.

Höher. Schneller. Weiter.

Das fleißige Klettern auf der Karriereleiter zahlt sich aus. 1,3-Bachelorabschluss inklusive Auslandssemester, lukrativer Einstiegsjob beim renommierten DAX-Unternehmen, eigenes Büro mit Blick auf die Skyline, Nettomonatsgehalt von 4000 Euro, Letzter im Büro, Urlaub in Thailand – und all das mit Mitte Zwanzig.

Yeah! Du bist erfolgreich ruft uns die Gesellschaft zu. Verdammt! Ich bin kreuzunglücklich schreit unsere innere Stimme.

(Hier findest du 24 Anzeichen mehr, dass du eine Viertellebenkrise hast)

Nach all dem Klettern sind wir an einem Plateu angekommen. Dort realisieren wir zum ersten Mal in unserem Leben, dass etwas mit unserem Leben nicht stimmt.

Wir realisieren zum ersten Mal bewusst, dass unsere Leiter die ganze Zeit an der falschen Wand gelehnt hatte.

 

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Zeit zum Entdecken

Die Viertelleben-Krise setzt genau dann ein, wenn wir aufhören die Leiter an der Karrierewand immer weiter hochzuklettern und stattdessen unsere Leiter an eine unbekannte, neue Wand stellen.

Für manche heißt diese Wand “Reisen”, für andere “Kündigung” und für dich vielleicht “Viertelleben-Krise”.

Und während wir diese neue Leiter hochklettern, erleben wir das komische Ziehen des Unbekannten.

Das Klettern fällt uns schwerer, manchmal finden wir die nächste Stufe nicht, manchmal rutschen wir ab und oft fühlen wir uns verloren und rufen panisch nach Hilfe, so wie damals als wir als Kind auf der Kirmes verloren waren und panisch nach unseren Eltern riefen.

Doch da ist niemand mehr, der uns abholt und uns den Weg vorgibt. 

Kein Unterrichtsplan. Kein Textbuch. Kein Pausengong. Keine Professoren. Und kein Chef, der uns genau sagt, was wir machen sollen.

Plötzlich sind da nur wir und ein riesiger Raum voller neuer Türen.

Alles was wir tun können ist es, die neuen Türen zu öffnen und zu sehen, welche Möglichkeiten sich dahinter verstecken.

Und das macht uns ganz schön Angst, wenn wir mal ehrlich sind. Weil wir nicht wissen, was uns erwartet und wir nicht wissen, welche Tür die richtige für uns ist. (Oder ob wir überhupt jemals die richtige Tür finden werden).

Doch wir sind neugierig und bereit für eine Veränderung. Zu stark schmerzt der status quo. Und so öffenen wir eine Tür nach der anderen.

Wir öffnen Türen, hinter denen sich halbtote Büropiraten oder stark riechende Festivaltoiletten befinden. Wir erschrecken uns und rennen weiter zur nächsten Tür.

Tür auf. Tür zu. Tür auf. Tür zu.

 

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Ein neues Kapitel

 Ein neues Kapitel / Pascalkeller.com

 

Mit jeder Tür, die wir öffnen und mit jeder neuen Wahrheit, die wir entdecken, macht der scheinbare Irrgarten einen Sinn.

Eine Entdeckungsreise ohne Landkarte ist nicht einfach. Aber sie ist notwendig, um herauszufinden wer wir sind, für was wir stehen und was wir wollen.

In dieser verrückten Phase unserer Zwanziger lernen wir, was es bedeutet zu scheitern.

Verloren zu sein.

Haltlos zu sein.

Wir lernen, dass das Leben uns oft erst frustieren muss, bevor wir wirklich ins Handeln kommen.

Wir lernen, dass der Weg zum Glück nicht linear, sondern mit vielen Abzweigungen und Sackgassen verläuft.

Wir lernen, dass wir uns nur finden können, wenn wir bereit sind die Komfortzone unseres Lebens zu verlassen und neue Türen zu öffnen.

Wir lernen, dass wir nur durch Probieren verschiedener Möglichkeiten unsere Tür finden können.

Die Tür, die durch ihren Spalt ein helles Licht blinzeln lässt. Ganz vorsichtig öffnen wir die Tür und sehen eine leidenschaftlich flackernde Kerze. Ihre Wärme umhüllt uns und ihr Licht spendet uns Hoffnung. Wir wissen nicht, wie wir diese Kerze am Brennen halten, aber wir  spüren, dass wir einen Weg finden werden.

Wir spüren, dass ein neues Kapitel darauf wartet, geschrieben zu werden.

 

Der Wert der Viertelleben-Krise

Wir verbinden das Wort Krise oft mit negativen Gedanken. Krise ist für uns gleichbedeutend mit Problem, schwazem Loch und Unzufriedenheit.

Hinter jeder Krise versteckt jedoch auch ein anderes Wort: Chance.

Krisen reißen uns aus der Gleichgültigkeit des Lebens und helfen uns zu erkennen, dass unsere eigenen Grenzen noch nicht erreicht sind. Die Notlage zwingt uns, den inneren Schweinhund zu überwinden und aus dem Gewohnten auszubrechen. Sie ist damit eine Chance neu zu entscheiden, welche Wünsche und Bedürfnisse uns wirklich wichtig sind.

Genauso ist es auch mit der Viertelleben-Krise.

Die Viertelleben-Krise ist dein Pausengong, um endlich stehen zu bleiben und auf dein Leben zu schauen und dich zu fragen:

  • Lebe ich gerade wirklich das Leben, dass ich mir immer vorgestellt habe?
  • Bin ich glücklich?
  • Wo möchte ich hin?
  • Wer möchte ich sein?

Die Viertelleben-Krise ist dein Wecker, um aufzuwachen, anstatt schlafwandelnd durch deine Zwanziger zu laufen.

Sie fordert dich heraus, deine Definition von Karriere, Liebe oder Erfolg zu überdecken.

Und damit schenkt sie dir eine großartige Möglichkeit: Dein Leben neu zu bewerten und Änderungen vornehmen, wenn du den Großteil deines Lebens noch vor dir hast.

Besser du zweifelst jetzt an dir, wo du noch alle Trümpfe in der Hand hast, als mit Mitte 50, wo du den Großteil deines Lebens schon gelebt hast.

Die Viertelleben-Krise ist deshalb eine Chance für dich und kein schwarzes Loch.

Ich habe meine eigene Viertellebenkrise vor knapp einem Jahr gemeistert bin dankbar für diese Phase meiner Zwanziger. Sie hat mir geholfen, zu dem Pascal zu werden, der ich heute bin. Hätte ich damals nicht verschiedene Türen geöffnet, wäre ich heute nicht hier und würde diese Zeilen schreiben. Aus meiner eigenen Erfahrung möchte ich dir deshalb folgendes sagen:

Solange du es deiner Viertellebenkrise nicht erlaubst, dich komplett runter zu ziehen, wirst du stärker, schlauer und glücklicher aus ihr hervorgehen, als du in sie reingeschlittert bist.

Die Viertellebenkrise ist eine normale Phase in unseren Zwanzigern. Umarme sie. Nutze sie, um zu wachsen und lache herzlich über deine Orientierungslosigkeit. Nutze sie und fang an dein Leben step-by-step nach deinen Vorstellungen zu leben.


Ich helfe dir dabei!

 

Was denkst du über die These, dass die Viertelleben-Krise eine gute Sache ist?

 

Schreibe doch einen Kommentar und lass es mich wissen.

 

PS: Falls dir der Post geholfen hat, dann teile ihn doch mit deinen Freunden und allen twentysomethings, die ihre Zwanziger richtig leben wollen.

Pascal Keller

Pascal ist Gründer und Autor des twentysomething 1x1. Er hat zwar nicht alle Antworten auf das Leben als twentysomething, aber er versucht sie zu finden und damit anderen jungen Menschen zu helfen ihre Zwanziger zur besten Zeit ihres Lebens zu machen.

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