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Mit einem Knall zersplittert das Handy  an der Wand. Es ist bereits das zweite Mal, dass ich so wütend bin und etwas gegen die Wand werfen will.  Es ist schon lange her, dass ich mich so gefühlt habe. So furchtbar wütend, traurig und verzweifelt zugleich.

Ich fühle mich als wäre ich auf einem sinkenden Schiff und egal, wie viel Wasser ich herausschöpfe, langsam beginnen wir immer weiter zu sinken. Ihm geht es wahrscheinlich nicht anders. Auch er versucht uns zu retten, doch irgendwie funktioniert es nicht. Wir funktionieren nicht. Nicht zusammen.

Seit 2 Jahren sind wir nun zusammen. Am Anfang war es einfach. Dann wurde es immer schwieriger. Jetzt streiten wir nur noch. Und dabei wollten wir eigentlich nichts sehnlicher, als einfach zusammen sein. Doch je mehr wir uns bemühen, desto mehr scheint alles zusammen zu brechen, unterzugehen. Als würden wir beide mit ganzer Kraft an einem Seil ziehen, doch in verschiedene Richtungen.

 

» Lots of things can be fixed. Things can be fixed. But many times, relationships between people cannot be fixed, because they should not be fixed. You’re aboard a ship setting sail, and the other person has joined the inland circus, or is boarding a different ship, and you just can’t be with each other anymore. Because you shouldn’t be.«― C. JoyBell C.

 

Es hat mich viel Zeit gekostet, wirklich zu realisieren, dass diese Beziehung nie funktionieren wird. Wahrscheinlich haben wir uns mehr in die schöne Vorstellung des anderen verliebt, als in die wahre Person, die hinter der anfänglichen Verliebtheit steckt.

Er liebt mich nicht sondern nur eine oberflächliche Hülle von mir. Umgekehrt ist es wohl genauso, auch wenn ich mir das nie eingestehen würde.

Vielen von uns passiert es, dass wir uns in unseren Zwanzigern in einer Beziehung wiederfinden, die zum Scheitern verurteilt scheint. Wir haben uns zu schnell verguckt, verliebt, um uns dann auf einmal zu wundern: Wo sind denn nun die Schmetterlinge hin?

 

Du bist uns WICHTIG!

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Doch woran liegt das?

Mit dem Älterwerden lernen wir, dass es manchmal mehr braucht als ein bisschen Prickeln im Bauch, um uns auf eine Beziehung einzulassen. Oft nehmen wir eine andere Person attraktiver wahr, weil sie denselben Musikgeschmack hat, auch auf Reisen steht oder dieselbe Lieblingsschokolade hat. Haben wir uns erst einmal verguckt, reichen uns schon die kleinsten Übereinstimmungen und Liebeszeichen. Sofort sind wir verfallen und uns sicher, unser Traumpartner steht uns direkt gegenüber.

Dabei treten Lieblingsschokolade und Musikgeschmack schnell in den Hintergrund, wenn es um die richtigen Werte in einer Beziehung geht. Wie eifersüchtig ist mein Partner eigentlich? Sind ihm Vertrauen und Ehrlichkeit genauso wichtig wie mir? Und was, wenn er kein Verständnis hat, wenn ich lernen muss, anstatt Zeit mit ihm zu verbringen?

Meist treten solche Fragen zu Beginn einer Beziehung in den Hintergrund. Jeder von uns trägt im wahrsten Sinne des Wortes eine rosarote Brille, durch die wir nur das perfekte Scheinbild des Partners sehen. Am Anfang haben wir viel Zeit für den Partner,  bezeichnen unangenehme Zwischenfälle sofort als Zufall und verteidigen unseren Partner auch gegen die stärksten Argumente. Später dann, wenn sich auch die negativen Charaktereigenschaften zeigen und wir Wohl oder Übel die Brille absetzen müssen, kommt es oft zu Konflikten.

Wie habe ich das bloß nicht bemerkt?,  fragen wir uns dann.

Im Nachhinein habe ich mich selbst oft darüber geärgert, dass ich mich auf Menschen eingelassen habe, die im Endeffekt eigentlich gar nicht zu mir gepasst haben. Allerdings habe ich mit  der Zeit gelernt, nicht gleich meinem Gefühlen nachzugeben, sondern erst einmal einen kurzen Blick über den Rand meiner rosaroten Brille zu werfen.

Ich weiß selbst, dass es furchtbar befreiend sein kann, mal all seine Gedanken fallen zu lassen und sich ohne Sorgen auf etwas einzulassen. “Einfach drauf los, nicht lange nachdenken”, ist ein schöner Ausruf, den sich wohl manch einer sich in seinen Zwanzigern zum Lebensmotto nimmt. Die schnelle Verliebtheit kann jedoch genauso schnell wieder abflauen, besonders dann, wenn wir so dringend einen Partner suchen, dass wir das Gefühl zum Teil selbst heraufbeschwören.

Auch mir  ist das selbst schon des Öfteren passiert. Ich habe für Beziehungen und Partner gekämpft, auf die ich mich zu voreilig eingelassen habe.

Irgendwann habe ich mich dann gefragt: “Wofür kämpfe ich eigentlich?”

Ich hatte mir zuvor alles so schön vorgestellt und war endlos enttäuscht, als sich herausstellte, dass all meine Fantasien und Vorstellungen nicht wahr geworden sind.

Wer zu diesem Punkt kommt, hat schon einen wichtigen Schritt getan.

Er hat realisiert, dass er nicht in der richtigen Beziehung steckt. Dass Kämpfen keinen Sinn mehr macht.

 

»One oft he hardest decisions you’ll ever face in life is choosing wether to walk away or try harder.«- Ziad K. Abdelnour

 

Nun magst du dich vielleicht fragen: Wie komme ich an diesen Punkt?  Und wie schaffe ich es, meine Beziehung zu beenden?

Um dir dabei zu helfen, wie du herausfindest, ob du auch in solch einer Beziehung steckst und wie du Schluss machen kannst, habe ich hier einige Tipps gesammelt, die mir damals bei meiner Entscheidung sehr geholfen haben.

 

Du bist unglücklich.

Das wichtigste Indiz dafür, dass du nicht in der richtigen Beziehung steckst, sagt dir dein eigenes Bauchgefühl. Fühlst du dich nämlich einfach nicht mehr glücklich, sondern eher unwohl an der Seite deines Partners, solltest du über eine Trennung nachdenken.

Auch wenn du merkst, dass du deine Zeit lieber mit anderen Dingen statt mit deinem Partner verbringst, solltest du dir Gedanken machen.

 

Andere Anzeichen dafür sind:
  • Du interessierst dich verstärkt für andere Männer/Frauen
  • Ihr verbringt die meiste Zeit streitend
  • Er akzeptiert dich nicht so wie du bist
  • Du kannst die meisten seiner Einstellungen nicht nachvollziehen
  • Er behandelt dich nicht gut, wird z.B. schnell wütend oder aggressiv

 

Letztendlich liegt die Entscheidung, ob du deine Beziehung beenden solltest bei dir.

Das Bauchgefühl weiß meistens am besten, welcher der richtige Weg für dich ist.

 

Was tue ich nun, wenn ich Schluss machen will?

 

1. Verhalte dich respektvoll

Auch wenn du gemerkt haben solltest, dass dein Partner nicht der “Eine” für dich war, solltest du dich trotzdem freundlich und respektvoll ihm gegenüber verhalten. Wahrscheinlich habt ihr viel Zeit miteinander verbracht und auch, wenn es letztendlich nicht gepasst hast, habt ihr euch doch aneinander gewöhnt, kennt eure Schwächen und Stärken. Es kann passieren, dass es deinem Partner eindeutig schwerer fällt, zu akzeptieren, dass eure Beziehung nun keine Zukunft mehr hat. Nimm deshalb Rücksicht auf seine Gefühle.

 

2. Habe keine Angst, allein zu sein

Immer wieder passiert es, dass wir nicht Schluss machen aus Angst allein zu sein. Wer kuschelt dann noch mit mir? Schaut mit mir abends im Bett Filme ? Oder geht mit mir essen?  Das Ende einer Beziehung ist immer eine große Veränderung, besonders wenn ihr euch sehr oft zuvor gesehen habt.  Das Allein-Sein hat aber auch einige Vorteile, auf die du dich nun erst einmal konzentrieren solltest.

Du bist nun unabhängig, frei und hast viel Zeit für dich selbst, die du in Hobbies und Unternehmungen mit Freunden stecken kannst. Nutze das aus! Single zu sein, heißt nicht automatisch, dass man einsam ist.

 

3. Mach RICHTIG Schluss

Richtig Schluss zu machen fällt vielen Menschen sehr schwer. Damit meine ich, dass du deinem Expartner nach der Trennung keine Whatsapp- Nachrichten schreibst, ihn nicht bei Facebook stalkst und auch nicht deine Freunde über ihn ausfragst. Um von deinem Partner loszukommen, darfst du nicht ständig wieder in Kontakt mit ihm sein.  Das ist sehr schwer, doch halte dir immer vor Augen, warum du Schluss gemacht hast und zweifle nicht an deiner Entscheidung.

 

4. Mach dir keine Vorwürfe

Manchmal passiert es, dass du dich hinterher fragst: Warum habe ich mich überhaupt auf diese Person eingelassen? Wie kam es eigentlich zu dieser Beziehung? Besonders nach schmerzhaften Trennungen treten solche Fragen in den Vordergrund.  Dabei ist es wichtig, dass du dir selbst keine Vorwürfe machst. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer.  Aus jeder Beziehung lernt man.

Nach jeder verflossenen Liebe kennt man sich selbst ein bisschen besser, weiß besser, welche Werte und Eigenschaften einem in einer Beziehung wichtig sind und worauf man bei der Suche nach dem Traummann in Zukunft achten muss. Mache dir keine Vorwürfe, dass du geliebt hast. Das ist einer der wichtigsten Dinge, die wir tun im Leben.

 

5. Lass los!

Geht eine Beziehung zu Ende, ist es nicht nur eine Person, die du loslassen musst.

Du hast viel Zeit und Energie investiert in etwas, das letztendlich zu nichts geführt hat. Nun musst du auch lernen, diese Zeit und Energie loszulassen.  Manchmal fühlt sich das an, als hättest du ein riesiges Haus gebaut und müsstest es nun wieder einreißen. So scheint es zumindest. Vergiss jedoch nicht, dass du wichtige Erfahrungen gesammelt und schöne Momente erlebt hast, die dir keiner mehr nehmen kann. Auch, wenn eine Beziehung vorbei geht,  die Erinnerungen bleiben.

 

» The beautiful journeys of today can only start if we learn to let go of yesterday.«

 

Egal wie man es dreht und wendet, das Ende eine Beziehung ist niemals wirklich schön. Es bleibt immer ein Verlust, das Loslassen einer schönen Zeit.

Mein letzter Tipp an dich: Schaue nach vorn!

Verbringe nicht endlose Stunden damit, den schönen vergangenen Momenten nachzutrauern, sondern investiere deine Energie in neue, wunderbare Augenblicke.

Ich bin mir ganz sicher: Das Beste liegt noch vor dir!

 

Hast du in letzter Zeit eine Trennung hinter dir?

Trau dich, und schreibe einen Kommentar über deine Erfahrungen.

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Lisa Carstensen

Lisa ist offizielle Co-Autorin des twentysomething 1×1.
Sie schreibt gerne über ihre Lieblingsthemen Reisen, Studium und Beziehungen. Ist sie nicht gerade mit ihrem Psychologiestudium beschäftigt, findet man Lisa wahrscheinlich an der Nordsee oder am anderen Ende der Welt.