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„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ – sagte einst Franz Kafka.

Erst in der Bewegung, Schritt für Schritt am Weg weiterwandernd, entdeckt man neue Dinge. Durch das Fortbewegen blickt man aus einer anderen Perspektive auf den Abschnitt hinter einem und kann auf neue Ziele zusteuern. Ziele, die man womöglich von dem vorherigen Standort noch nicht einmal gesehen hatte.

Doch manchmal steht man an einer Weggabelung und weiß nicht, welche Abzweigung man nehmen soll, welcher Weg der „richtige“ ist. Oder vielleicht auch einfach der schönere, spannendere und abwechslungsreichere ist, den es zu entdecken gilt…

So ähnlich fühlte es sich bei mir im letzten Jahr an. Ich war sehr gut in meinem Job in einem großen, renommierten Beratungsunternehmen, fühlte mich sicher in den Aufgaben, betreute vieles selbstständig, war eifrig und stets engagiert. Aber irgendwie stand ich an, kam nicht mehr voran, fühlte mich eingeengt und konnte mich nicht so verwirklichen, wie ich es wollte. Meine Augen funkelten nicht mehr und ich war auf der Suche. Eine Suche, die lange dauerte, verbunden mit der permanenten Hoffnung, DAS richtige zu finden.

 

Habe Mut, den „inneren Kompass“ als Navigator zu nutzen

So kam ich also an einen Punkt auf meinem beruflichen Weg, an dem ich mich von meinem geraden, „einfachen“ Weg verabschiedete. In gewisser Weise stand ich an einer Weggabelung, ja. Doch es gab keinen Wegweiser, der mir die Richtung, das Ziel und die Distanz bis zum Ziel zeigte.

Jede Abzweigung war verbunden mit vielen Fragezeichen im Kopf, auf die ich erst einmal keine Antwort hatte: „Wo will ich hin? Wie kann ich mich weiterentwickeln, meine Potentiale ausschöpfen?“, „Bedeutet eine berufliche Veränderung auch eine örtliche Veränderung? Was bedeutet dies für die private Situation?“, „Wenn ich jetzt meinen Job aufgebe, verbaue ich mir dann eine sichere Zukunft?“, „Was will ich denn überhaupt? Was passt im Moment zu mir?“.

Da begegnete ich plötzlich einer wundervollen Person, die mir schon ein paar Schritte voraus war und die mich durch ihren ganz individuellen Weg inspirierte. Sie gab mir den entscheidenden Rat:

 

Die Fragezeichen werden nicht weniger im Kopf durch das Nachdenken. Sondern durch das Tun!

 

Da wurde mir bewusst, dass ich keine Antworten auf die Fragezeichen bekommen würde, sondern auf den inneren Kompass hören sollte. Ich beschloss, diesen als Orientierungshilfe zu benützen, gleichsam eines zuverlässigen Navigators.

Ich fasste all meinen Mut und setzte den entscheidenden ersten Schritt: ich trennte mich von meinem Arbeitgeber und meinem Job, der mir Sicherheit und Halt gab. Und marschierte los – noch ohne das Ziel zu kennen, ergab sich der Weg dadurch, dass ich einen Schritt vor den anderen setzte. Und losging – bzw. fuhr… getreu dem Motto: „Ich bin dann mal weg zu meinem eigenen Weg!“

1228,32km, 73,5 Stunden am Fahrrad von Hamburg nach Wien – mein Kick-Off für ein neues Lebenskapitel: Ich war 12 Tage unterwegs, einen Tag kürzer als ursprünglich geplant. Ganz auf mich alleine gestellt! Mein Fahrrad und ich, einmal quer durch Deutschland, mit einer ungefähren Route im Kopf. Im Hochsommer. Jeden Tag eine neue Challenge. „I did it my way“.

Diese Reise lehrte mich das für mich in meiner Phase so Entscheidende: Der Weg ergibt sich durch das Tun. Oft genügt es, eine ungefähre Vorstellung zu haben, wo die Etappe hinführen soll. Denn die Bereitschaft, sich auch auf Umwege einzulassen, ist das besonders Bereichernde.

Es eröffnet neue Perspektiven, Begegnungen und Sichtweisen. So traf ich auf Menschen, die mir wertvolle Hinweise gaben, wie ich von dem einen Ort am besten an den nächsten Ort fahren sollte. Vielleicht war dies dann nicht immer die schnellste Route, aber die schönere, die weniger befahrene, die weniger hügelige.

 

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Tausche Angst gegen Vertrauen & Mut als Wegbegleiter

Nun bin ich einige wichtige Schritte weiter auf meiner Reise, auf meinem Weg. Und möchte dir, wenn du ähnlich wie ich an einer Weggabelung ohne Wegweiser stehst, Vertrauen und Mut zusprechen. Wie treffend erscheint mir da gerade der Spruch, der eingerahmt in meiner Wohnung hängt:

„Vielleicht sollten wir manchmal einfach das tun, was uns glücklich macht, und nicht das, was am besten ist!“

Der erste Schritt ist der schwierigste. Und es dauert – manchmal länger als du Geduld aufbringen möchtest, bis die Bereitschaft für diesen entscheidenden, richtungsweisenden ersten Schritt vorhanden ist. Setze im Vertrauen auf die innere Stimme, die Intuition und das Gespür den Schritt in die für dich selbst richtige Richtung. Und es ist nie zu spät, vom ursprünglich geplanten Weg abzukommen, und nie zu früh, den eigenen Weg zu beschreiten. Denn dadurch eröffnen sich dir neue Möglichkeiten und Chancen.

Aus Erfahrung weiß ich, dass es nicht immer nur leicht ist, bei sich und dem eigenen Weg zu bleiben, bei allen Erwartungen, die man an sich selbst hat und die vom Umfeld gestellt werden. Einerseits spüren wir den gesellschaftlichen Druck und andererseits bietet sich uns heutzutage eine Fülle an Möglichkeiten, Freiheiten, ein schier unendliches Spektrum an Optionen, welche mitunter aber auch blockierend und überfordernd wirken können.

Momente – oder mehr noch – Tage der Unsicherheit, der Orientierungslosigkeit gehören dazu. Das soll wohl auch so sein. Es gilt hier, diese anzunehmen, sich auch diese „schwachen“ Momente zuzugestehen und im Vertrauen weiterzugehen.

Mein englisches Lieblingswort heißt „Serendipity“ – glückliche Fügung. Es steht für mich für Dinge im Leben, die sich nicht planen lassen, die sich ergeben, die passieren. Seitdem ich nicht mehr DEN langfristigen Plan habe und geradlinig, manchmal auch rein intuitiv in eine Richtung steuere, strömt plötzlich viel Unerwartetes in mein Leben und eröffnet mir neue Horizonte. Das fühlt sich gut an. Meistens zumindest. Im Vertrauen darauf, dass sich fügt, was zusammengehört.

Um es mit Oscar Wilde zu sagen:

» Everything is going to be fine in the end. If it’s not fine, it’s not the end.«

 


Über die Autorin:

Julia http://pascalkeller.com/
Julia ist eine Diplom-Psychologin aus Wien, die nach einem „klassischen Karrierestart“ das Projekt gestartet hat: von „Serendipity“, den glücklichen Fügungen, geleitet sucht sie nun in ihrem ganz individuellen Tun ein Erfülltsein und möchte Inspirationsquelle sein und andere ermutigen, der inneren Stimme zu vertrauen.

 

  • Oliver Dieckmann

    Gut gemacht! Ich finde es toll, dass Du den Mut packst und deinen Weg dann gehst. Ich hoffe es ging auch weiter mit Sachen die dich glücklich machen.