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Jeden morgen den gleichen, langweiligen Job ausüben, der eigentlich kein Spaß macht…

… ist es das was du willst?

Oder dein Leben in vollen Zügen genießen, die Welt bereisen und erkunden?

Julia hat vor einigen Jahren ihren Job an den Nagel gehängt und reist seit mehreren Jahren um die Welt und berichtet davon auch auf ihrem Blog.

 

 

Hey Julia, kannst du dich kurz vorstellen?

Ich bin Julia, Weltreisende mit Hippieherz. 2009 habe ich meinen 9 to 5-Job an den Nagel gehängt, um meine Träume zu verwirklichen. Nach meinem Studium in Holland, Thailand und auf Bali, arbeitete ich mehrere Jahre auf Kreuzfahrtschiffen. Jetzt folge ich nur noch meinem Herzen, reise um die Welt und arbeite von unterwegs.

 

Welchen Job hattest du, bevor du hinaus in die Welt gezogen bist und wieso war es nicht das Richtige für dich ?

Bevor ich in die Welt gezogen bin, arbeitete ich bei einem Zeitungsverlag in meiner Heimatstadt. Es war ein typischer Bürojob, der zwar einigermaßen Spaß machte, aber mich in keinster Weise weiterbrachte.

Jeden verdammten Morgen um 8 Uhr fing der gleiche Trott von vorne an. Der langweilige Alltag nervte mich. Ich fühlte mich gefangen in einem goldenen Käfig und ich stellte mir täglich die Frage, ob das wirklich schon alles gewesen sein soll.

Ich hatte doch noch so viele Träume, wollte reisen, die Welt erkunden und noch so viel erleben. Ich sehnte mich nach Veränderung, nach Abenteuer und nach dem Gefühl wirklich glücklich zu sein.

Ich kündigte meinen Job und beschloss meinem Herzen zu folgen. Das war die beste Entscheidung meines Lebens. In meinem Artikel „Wie ich alles hingeschmissen habe, um meinen Traum zu leben“ erzähle ich die ganze Geschichte.

 

Nun reist du schon seit mehreren Jahren um die Welt und schreibst über deine Erfahrungen. An welchem Zeitpunkt ist dir bewusst geworden: Das ist es, was ich wirklich will?

Den Zeitpunkt kann ich nicht mehr so genau festlegen. Ich weiß nur, dass es schon in Kindheitstagen mein großer Traum war, zu Schreiben und davon leben zu können. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich damals unbedingt für Geo Saison arbeiten wollte, denn die hatten in ihren Heften immer so großartige Reiseberichte und Fotos aus der ganzen Welt.

Mittlerweile bin ich selbstständig und habe meinen Traum in die Wirklichkeit umgesetzt. Das ist es, was ich wirklich will und es macht mich unglaublich glücklich.

 

Wie sieht ein Tag in deinem Reiseleben aus?

Da es in meinem (Reise)leben keinen Alltag gibt, ist es schwer, einen „normalen“ Tag zu beschreiben. Kein Tag gleicht dem anderen, denn ich wechsle nicht nur ständig die Orte, an denen ich mich aufhalte, lebe und arbeite, sondern auch die Jobs und Aufträge sind sehr unterschiedlich.

Was sich für manche vielleicht traumhaft anhört, kann manchmal auch ganz schön anstrengend sein, denn Reisen bedeutet für mich nicht nur Urlaub, sondern auch Arbeit. Ich schreibe und fotografiere viel, bin ständig online und im Kopf meistens schon einen Schritt weiter. Oft fällt es mir schwer abzuschalten und nicht an meine Jobs zu denken.

Wenn es mir gelingt, dann schlendere ich gerne durch mir unbekannte Orte, esse landestypische Gerichte, blicke aufs Meer, besteige Berge, lese Bücher oder fahre durch die Gegend.

 

Wie finanzierst du das Reisen?

Ich finanziere meine Reisen durchs Arbeiten. Dabei habe ich das Glück, dass ich den größten Teil meiner Arbeit völlig ortsunabhängig und somit von überall auf der Welt erledigen kann. Das ermöglicht es mir, das Arbeiten mit dem Reisen zu verbinden und immer unterwegs zu sein.

Früher habe ich während meinen Reisen Wwoofing Jobs gemacht, also für Kost und Logis gearbeitet, zum Beispiel auf einer Schafsfarm in Neuseeland. Dadurch konnte ich ordentlich Kosten sparen.

Weitere Ideen habe ich in meinem Artikel „Wie ich meine Reisen finanziere“ aufgeschrieben.

 

Du hast schon oft auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet. Wie bist du auf die Idee dazu gekommen?

Das Arbeiten auf dem Kreuzfahrtschiff wurde mir in die Wiege gelegt, denn schon mein Papa arbeitete als Koch auf den Weltmeeren, meine Tante fuhr neun Jahre lang zur See und auch meine Schwester heuerte auf Kreuzfahrtschiffen an.

Bei einer solchen Vorgeschichte war es praktisch vorprogrammiert, dass auch ich irgendwann einmal auf einem Schiff arbeiten würde und so kam es dann auch. Vier Jahre lang fuhr ich (mit mehreren Unterbrechungen) zur See und lernte die positiven, aber auch die negativen Seiten des Schiffslebens kennen. In meiner Kategorie „Kreuzfahrtschiff“ erzähle ich von meinen Erlebnissen als Crewmitglied an Bord.

 

Was sind die Vor- und Nachteile, wenn man auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitet?

Zu dieser Frage könnte ich ganze Bücher schreiben, denn die Liste der Vor- und Nachteile ist nicht nur unendlich lang, sondern auch sehr subjektiv und hängt immer von den eigenen Erwartungen, dem Grad der Anpassungsfähigkeit und natürlich dem jeweiligen Job ab.

Was ich persönlich an meiner Arbeit auf den Kreuzfahrtschiffen geliebt habe, war die Tatsache, ständig auf dem Meer zu sein und jeden Morgen in einem anderen Land aufzuwachen.

Als riesengroße Nachteile habe ich die nicht vorhandene Privatsphäre, die engen Crewkabinen ohne Fenster sowie die extremen Arbeitsbedingungen empfunden.

 

Wo hat es dir bisher am besten gefallen? An welchen Ort würdest du immer wieder zurückkehren?

Die Frage nach meinem Lieblingsort- oder Reiseland wird mir sehr häufig gestellt und es fällt mir jedes Mal schwer sie zu beantworten, denn von den knapp 50 Ländern, die ich bisher bereist habe, würde ich in jedes einzelne immer wieder zurückkehren.

Klar gab es hier und da mal Orte, die mir weniger gut gefallen haben, aber im Großen und Ganzen habe ich mein Herz schon an sehr viele traumhafte Reiseziele verloren.

Da wäre zum Beispiel Bali, wo ich einen Teil meines Auslandssemesters absolvierte und mich Hals über Kopf in die Insel verliebte. Aber auch Sri Lanka gehört zu meinen Seelenorten, genauso wie Neuseeland und Australien, wo ich das bisher schönste Reiseabenteuer meines bisherigen Lebens erlebte (http://globusliebe.com/wie-bali-mein-herz-eroberte/).

 

Du hast schon so viel gesehen und erlebt. Was steht momentan ganz oben auf deiner Bucket-List?

Da wir gerade Sommer haben, steht Europa zur Zeit ganz weit oben auf meiner Liste. Unser Kontinent ist so abwechslungsreich und es gibt noch so viel Schönes zu entdecken. Ich würde unglaublich gerne mal nach Kroatien, Serbien und Albanien reisen.

Als Fernreiseziele stehen Indien, Nepal und Myanmar auf meiner Wunschliste und im September gehts für mich nach Costa Rica. Da werde ich zum ersten Mal in meinem Leben mit dem südamerikanischen Kontinent in Berührung kommen und bin schon ganz gespannt, was mich dort erwartet.

 

Welches Ziel würdest du jungen Menschen empfehlen, die ihre erste große Reise planen?

Als Einsteigerziel für die erste große Reise finde ich Südostasien ganz gut. Die meisten Länder dort sind sehr sicher, einfach zu bereisen und extrem günstig.

 

Eine der Kategorien auf deinem Blog heißt ‚Berlinliebe’. Was macht die Stadt für dich so besonders ?

Egal wieviele tolle Städte ich bereits besucht habe, Berlin ist und bleibt für mich die geilste Stadt der Welt. Ich liebe die verschiedenen Stadtteile mit ihren kreativen Vierteln, die Hektik und die Ruheoasen, die Multukulti-Kultur, all die Möglichkeiten, die man hier hat, die vielen tollen Cafés, die Flohmärkte und Parks, die Menschen und den besonderen Charme, den unsere Hauptstadt versprüht.

In Berlin habe ich einen Herzensort gefunden, an dem ich mich wohlfühle und weil ich die Stadt so abgöttisch liebe, habe ich ihr auf meinem Blog gleich eine ganze Kategorie gewidmet und Berlinliebe ins Leben gerufen.

 

Was würdest du jungen Menschen raten, die genauso von Fernweh geplagt sind wie du und mit ihrem derzeitigen Job und Leben nicht zufrieden sind?

Vor wenigen Monaten habe ich einen geliebten Menschen auf schmerzhafte Weise verloren. Sein Tod zerreißt mir tagtäglich aufs Neue das Herz und erinnert mich immer wieder daran, wie endlich unser aller Leben doch ist. Aus diesem Grund, rate ich jedem Menschen, seine Träume zu verwirklichen anstatt sie auf später zu verschieben, denn niemand garantiert, ob es ein Später überhaupt geben wird.

Hört auf eure Herzen und nicht auf das, was andere euch vorschreiben! Lebt euer Leben so wie ihr es für richtig haltet, genießt den Moment, seid dankbar und glücklich.

 

Vielen Dank für das tolle Interview, Julia!

Mehr über Julia und ihre Reisen erfährst du übrigens auf ihrem Blog globusliebe.com

 

Könntest du dir auch vorstellen Reisen zu deinem Job zu machen?

Trau dich, und schreibe einen Kommentar über deine Erfahrungen.

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Pascal Keller

Pascal ist Gründer und Autor des twentysomething 1x1. Er hat zwar nicht alle Antworten auf das Leben als twentysomething, aber er versucht sie zu finden und damit anderen jungen Menschen zu helfen ihre Zwanziger zur besten Zeit ihres Lebens zu machen.

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