ÜBER DIE MAGIE DES NEUEN (UND WARUM WIR VIEL ÖFTER MAL ETWAS AUSPROBIEREN SOLLTEN) / pascalkeller.com

Ich war 10 Jahre alt. Wir waren im Kino. Ich weiß nicht mehr, welcher Film es gewesen ist, aber er war schrecklich. Schrecklich und animiert. Ab diesem Zeitpunkt stand für mich fest: Ich mag Animationsfilme nicht. Findet Nemo, Monster AG, Ice Age- Wenn einer meiner Freunde solch einen Film vorgeschlagen hat, hab ich die Augen verdreht und mein Veto eingelegt.  12 Jahre ganze Jahre lang habe ich das gemacht und hatte keinen Zweifel daran, dass sich das jemals ändern würde. Es änderte sich nicht, bis eine Freundin UNBEDINGT Frozen mit mir anschauen wollte.

Nun ja, dachte ich, da kommt ja zumindest Musik vor. Dann wird es wohl auszuhalten sein.

Auszuhalten? Hinterher habe ich mir nicht nur den Soundtrack heruntergeladen, sondern war so begeistert von diesem süßen Film, dass ich gleich im Internet nach weiteren Filmen gesucht habe. Wie konnte ich bloß all die Jahre die Augen vor so etwas verschließen, nur aufgrund einer einzigen schlechten Erfahrung?

Verärgert über meine eigene Sturheit, habe ich daraufhin begonnen auch in anderen Bereichen meines Lebens mit den Vorurteilen aufzuräumen. Ich beschloss, von nun an den Dingen eine zweite Chance zu geben, besonders wenn der erste Eindruck nicht herausragend gewesen war. Ich kaufte mir ein Macbook, begann Mangas und Krimis zu lesen, machte einen Reitausflug und kaufte mir beim Eisladen nun immer eine andere Sorte. Nicht jeder Blick über den Tellerrand war positiv – vor Pferden habe ich immer noch Angst und Pistanzie hat genauso scheußlich geschmeckt wie gedacht-  doch ich war jedes Mal glücklich darüber, die Erfahrung überhaupt gemacht zu haben und nicht mehr mit einem Vorurteil durch die Gegend zu laufen.

 

Du bist uns WICHTIG!

Deshalb habe ich für Dich eine kleine Überraschung.

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,,Probieren geht über Studieren.’’ Früher haben wir uns diesen Spruch immer wieder anhören müssen. Er wurde uns eingetrichtert, wurde unsere größte Motivation, wenn wir neu im Turnverein waren oder das erste Mal Sellerie auf dem Teller vorfanden. Neue Dinge waren immer beängstigend und doch wurden sie nach einer Überwindung schnell zu einem großen Vergnügen. Je älter wir jedoch werden, desto mehr scheinen wir diesen Spruch zu vergessen. Wir werden stur, wachsen in unsere Gewohnheiten herein und sind zu faul, um mal einen anderen Weg auszuprobieren. Wir bleiben bei unseren Prinzipien und Meinungen. Wir wollen stark und stolz wirken. Nie würden wir zugeben, dass wir Dinge, über die wir nur allzu oft schon abfällig geredet haben, doch auf einmal ganz gut finden.

Immer fester wickeln wir uns in das Gewohnte. Wir kriegen schon Panik oder sind verärgert, wenn der Eismann unsere Lieblingssorte nicht mehr hat oder das Abendessen um eine Stunde verschoben wird.

,, Das mach ich immer so!’’ oder ,, Das war schon immer so!’’ sind typische Ausrufe, wenn wir unsere Gewohnheiten verteidigen. Veränderung? Bloß nicht! Veränderung verunsichert uns nur.  Veränderung haben wir nicht unter Kontrolle.

 

»Die reinste Form des Wahnsinns ist, alles beim Alten zu lassen und hoffen, dass alles sich ändert.«- Albert Einstein

 

Trotzdem beschweren wir uns. Wir sind nicht zufrieden damit, wie es ist, doch wir denken nicht daran, uns selbst zu verändern. Wir hoffen darauf, dass die Dinge um uns herum sich von alleine zum Guten ändern. Gewohnheiten und tief eingeprägte Meinungen sind wie ein sicheres Versteck, das uns schützt, aber die Sicht auf viele andere wundervolle Dinge verschließt.

 

Die Magie des Neue und das Herzklopfen vor dem Unbekannten

Dabei liegt so viel Gutes darin, neue Dinge auszuprobieren. Wir sollten viel häufiger mal einen anderen Weg zur Uni nehmen, ein neues Rezept ausprobieren, statt Netflix ein Buch lesen oder uns im nächsten Semester für eine neue Sportart anmelden. Die Welt bietet so viele Möglichkeiten. Wir sollten die Chance nutzen, neue Dinge zu erlernen und die Vorurteile über Bord zu werfen.

Ich glaube deshalb, dass es unser Twentysomething-Leben enorm bereichert, wenn wir uns immer wieder in Siuationen begeben, in denen wir etwas zum ersten Mal machen. Egal in welchem Bereich. Egal, ob Plätzchen backen, Fallschirmspringen, eine neue Sprache lernen, ein neues Instrument spielen, in die Oper gehen, ein Einrad fahren, fremde Leute ansprechen, Klettern, basteln, Indisch kochen, etwas Neues riechen, schmecken, erforschen, entdecken…

Neue Erfahrungen öffnen dir neue Türen. Vielleicht findest du heraus, dass du ein Talent bist im Taekwondo, Häkeln dir richtig Spaß macht oder bunte Hosen dir doch ganz gut stehen ( obwohl du das nie gedacht hättest!).

 

»Je besser wir die Welt kennenlernen, desto besser wir auch uns selbst kennen.«

 

Wenn du das Gefühl hast, dass sich dein Leben gerade in einer Endlos-Schleife aus Routinen und Monotonie festhängt, dann sollen dir diese Zeilen sagen: Sei wieder ein kleiner Abenteurer und trau dich, etwas Neues zu beginnen.

Gehe einen Schritt in die unbekannte Richtung und spüre die positive Aufregung. Spüre das Adrenalin und das mulmige Gefühl im Magen, wenn du wieder ein Beginner bist. Gib dem Unbekannten eine Chance. Deiner Neugierde wieder Raum. Und deinem Leben wieder mehr Herzklopfen Du wirst sehen, es lohnt sich, die eigenen Grenzen zu überschreiten  und den Dingen eine Chance zu geben.

Denk daran: All deine Gewohnheiten waren früher einmal auch ‚neu’. Wie wäre dein Leben, wenn du nie Omas leckeren Apfelkuchen probiert hättest, Game of Thrones zum ersten Mal angeschaut hättest oder in den Fußballverein eingetreten wärst? All die Dinge, die dir so gefallen, hast du irgendwann kennengelernt. Ohne ein bisschen Überwindung hätte das aber wahrscheinlich nicht geklappt. Genauso ist es heute auch. Da draußen sind noch so viele Hobbies, Länder, Gerichte, Bücher, Filme etc., die nur darauf warten, von dir entdeckt zu werden.

Denn was kann passieren, wenn du hin und wieder aus deinem Versteck herauskommst?  Falls es dir nicht gefällt, kannst du jeder Zeit wieder zurück zu dem, was du kennst und womit du dich wohlfühlst. Es kann allerdings genau so gut passieren, dass du das am Ende gar nicht mehr willst und ein neuer Weg zu einer Gewohnheit wird.

 

Was war die letzte Sache, die du ausprobiert hast?

Trau dich, und schreibe einen Kommentar über deine Erfahrungen.

PS: Falls dir der Post gefallen hat, dann teile ihn doch mit deinen Freunden und allen Twentysomethings, die ihre Zwanziger richtig leben wollen.

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Lisa Carstensen

Lisa ist offizielle Co-Autorin des twentysomething 1×1.
Sie schreibt gerne über ihre Lieblingsthemen Reisen, Studium und Beziehungen. Ist sie nicht gerade mit ihrem Psychologiestudium beschäftigt, findet man Lisa wahrscheinlich an der Nordsee oder am anderen Ende der Welt.