Der langsame Weg zur Leidenschaft

(Das ist ein Gastbeitrag von Lena. Am Ende mehr dazu. Nun: Vorhang auf und los gehts!)

Vor genau zwei Jahren stand ich kurz vor der schriftlichen Abschlussprüfung meiner Ausbildung zur Köchin. Ich wusste schon damals, dass ich diesen Beruf danach nicht weiter machen möchte. Du fragst dich jetzt sicherlich, warum ich nicht abgebrochen habe. Das ist ganz einfach: Ich habe nachgedacht und bin trotzdem auf eine Art und Weise meinem Herzen gefolgt. Ich wusste, wenn ich abbreche, stehe ich wieder ohne Plan da und weiß nicht, was ich jetzt tun soll.

Mir war klar, dass ich schon zwei Jahre der Ausbildung durchgezogen habe und es jetzt dumm wäre, kurz vor Ende aufzugeben. Der Typ bin ich auch nicht. Ich wusste, dass ich die letzten Monate auch noch schaffen und die Ausbildung mit einem Gesellenbrief in der Hand stolz abschließen werde. Das war mein Gedanke.

Ich bin bis zur praktischen Abschlussprüfung im Februar jeden Tag mit einem weinenden und mit einem lachenden Auge auf Arbeit gegangen. Einerseits machte mir der Beruf Spaß, andererseits wollte ich was anderes machen. Ich wollte etwas machen, was mich erfüllt.

Was wusste ich nicht. Ich habe mir tage-, wenn nicht wochenlang den Kopf zerbrochen, versucht meine Leidenschaften zu finden und das zu machen, was mich glücklich macht. Die ganze Zeit gab es in meinem Kopf nur eine Frage: Was macht mich glücklich?

 

Was macht dich glücklich?

Stell dir diese Frage, wenn du glaubst, etwas passt nicht. Oft sind es schon einfache Dinge, die du ändern kannst um wieder glücklich zu sein! Du musst sie nur herausfinden und erkennen!

Von Anfang an war mir klar, dass Fremdsprachen eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen. Aber damit arbeiten? Unterrichten an einer Schule wollte ich nicht. Erwachsenenbildung schon eher. Aber das mein Leben lang? Nein. Obwohl ich in der Schulzeit immer gesagt hatte, ich werde niemals an die Uni gehen, fand ich mich trotzdem mit einer abgeschlossenen Ausbildung im April 2014 in einem Vorlesungssaal der Universität wieder.

Natürlich war es komisch, Französisch und Italienisch zu studieren und in dem Sinne neu anzufangen, obwohl ich genauso gut in einem Restaurant Geld verdienen hätte können. Anstatt mich für ein festes Gehalt zu entscheiden, habe ich das Leben an der Uni und damit meine Leidenschaft gewählt. Warum?

Weil ich mir zu 100% sicher war, dass ich nicht mehr als Köchin arbeiten wollte. Ich wollte mein eigener Chef sein und das machen, was mich glücklich macht.

Bereue ich etwas?

Nein, ich sehe die 2,5 Jahre, die ich in der Lehre war, nicht als verlorene Jahre. Klar hätte ich etwas anderes machen können und wäre vermutlich jetzt irgendwo anders in der Welt gelandet. Aber ohne diese Erfahrung wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Ich hätte meine Träume nicht in der Art entdeckt, wie ich sie heute kenne und ich wäre vermutlich mein Leben lang mit dem Gedanken „Hättest du doch eine Ausbildung zur Köchin gemacht“ verbracht. Bereuen war nie eine Option für mich. Alles, was wir tun, verändert uns und macht uns stärker.

 

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Der langsame Weg zum eigenen Traum

Hast du einen Traum?

Dann kämpfe dafür – auch wenn es sich im Nachhinein herausstellt, dass es nicht der richtige Traum für dein Leben war. Für mich war es die Ausbildung. Ich wollte seit ich denken kann, Köchin werden und die Küchen dieser Welt erobern. Im Nachhinein wusste ich, es war nicht DER Traum, sondern EIN Traum in meinem Leben.

Im Nachhinein würde ich sagen, dass die 1,5 Jahre, die nach der Ausbildung folgten, eine Zeit war, in der ich mich selbst gefunden habe. Ich habe aufgehört, mir Gedanken zu machen, was andere von mir denken und ich habe angefangen, mein Ding durchzuziehen. Ich versuchte herauszufinden, wie mein Leben sein sollte. Was ich wollte.

Nun saß ich Tag für Tag an der Uni und studierte eine Fächerkombination, bei der es an der Uni interne Probleme gab, sodass es mir nicht möglich war, diesen Studiengang dort zu beenden. So kamen wieder Zweifel auf, ob das denn wirklich das Richtige ist. Ohne wirklich einen Plan zu haben, wechselte ich den Studiengang. Insgesamt habe ich in den drei Semestern an der Universität Bamberg Französisch, Italienisch, Spanisch, BWL und Allgemeine Sprachwissenschaft auf Lehramt und Bachelor studiert. Die einen Fächer in einem Semester mal mehr, in einem anderen Semester mal weniger.

Doch glücklich war ich nicht. Und einen Plan hatte ich auch nicht.

Aber mein Gefühl kam nicht nur von der Uni, sondern mein ganzes Umfeld machte mich unglücklich. Ich hatte Freunde, bei denen ich mich für jede Kleinigkeit rechtfertigen musste. Ich habe Menschen in der Familie, die der Meinung sind, dass eine Arbeit mit Sprachen keine Arbeit ist. Und ich hatte es satt, immer das zu tun, was andere von mir erwarteten. Ich wusste, ich muss aussortieren. Ich wollte meinem Leben ein neues Gerüst geben.

Für mich war klar, dass ich einen Beruf haben möchte, den ich gerne mache und nicht einen, bei dem ich viel Geld verdiene. Obwohl beides natürlich auch nicht schlecht wäre.

Zu der Zeit des Ausmistens lebte ich noch in Bamberg, meiner Geburtsstadt. Ich habe mich von Freunden getrennt, die mir nicht gut taten. Ich habe angefangen, auf Durchzug zu schalten, wenn mir jemand sagen wollte, wie ich mein Leben führen sollte. Ich habe mich getraut, Nein zu sagen. All das und noch vieles mehr, kostete Überwindung und Mut, aber ich bin stolz, dass ich es getan habe!

Dieses Gefühl etwas ändern zu müssen wurde jeden Tag verstärkt, denn mittlerweile kannte ich jeden einzelnen Pflasterstein. Ich hatte das Gefühl, dass ich alles von dieser Stadt weiß. Und dieses Gefühl drängte mich immer mehr in eine Ecke, aus der ich nicht mehr fliehen konnte. Ich wollte weg. Etwas Neues erleben, neue Freunde finden und ein neues Leben anfangen. Glücklich sein. Einfach ich sein.

Mich hielt so gut wie nichts mehr in meiner Heimatstadt. Meine Eltern, ja. Aber Freunde? Nicht wirklich. Das Studium? Ganz und gar nicht.

Ich wusste mittlerweile so viel von mir und von meinen Träumen, so dass ich alles auf eine Karte setzte und mich für einen Studiengang in Freiburg beworben hatte. Es war klar, dass ich auf meinen Plan B keine Lust hatte, aber ich wusste auch, dass es nicht sicher ist, dass ich in Freiburg angenommen werde. Im August dieses Jahres schaute ich jeden einzelnen Tag in den Briefkasten, in der Hoffnung dass ein Brief darin lag und mir mitteilt, dass ich mein altes Leben hinter mir lassen kann. Zum Glück war der Brief irgendwann dann da und ich der glücklichste Mensch auf der Welt.

 

Willst du etwas ändern, dann fange an

Das ist mein Rat an alle da draußen, die das Gefühl haben, es läuft etwas nicht nach ihrer Vorstellung. Nun lebe ich seit einigen Wochen mit meinem Freund in einer kleinen, aber gemütlichen Wohnung in Freiburg und studiere meine Wunschfächer FrankoMedia und Italienisch.

Im Grunde bereue ich nichts, was ich in den letzten zwei Jahren gemacht habe, denn ohne diese Erfahrungen wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Aber ich habe auch gelernt, dass es sich lohnt auf sein Bauchgefühl zu hören und das zu machen, was man selbst machen will.

Höre nicht auf andere und lebe so wie du es willst. Es ist wichtig, dass du deine Leidenschaften entdeckst und weißt, was deine Träume sind.

Lerne dich besser kennen und lebe DEIN Leben – nicht ein Leben, was andere von dir erwarten!

 

Welchen Traum hast du, den du gerne leben möchtest?

 

Schreibe einen Kommentar und lasse es uns wissen.


Über die Autorin:

Lena ist das Gesicht hinter Lena sprachlust.dedem Blog sprachenlust.de. Seitdem sie ihre Ausbildung zur Köchin abgeschlossen hat und merkte, dass das nicht das Richtige für sie ist, lebt sie ihre Leidenschaften: Schreiben und Sprachen lernen. Auf ihrem Blog zeigt sie dir, wie du Sprachen lernen und anwenden kannst.

Alle ihre Beiträge findest du unter: www.sprachenlust.de.


 

  • Christopher Batke

    Ein schöner Ansatz, denn er geht mal raus aus der “schwarz-weiß”-Sicht von klassischer Karriere oder alles hinwerfen und vogelfrei durch die Welt tingeln. Bestimmt kann sich mit diesem Ansatz nicht jeder anfreunden und manchmal gibt es auch gute Gründe etwas lieber gestern als morgen hinzuschmeißen. Aber in diesem Artikel sehe ich eine große Wertschätzung für das Bestehende, ohne sich für neue Träume und Visionen zu verschließen.

    Ich glaube insgesamt ganz fest daran, dass alles was passiert richtig und gut ist, wenn wir es schaffen auf unser Herz und unser Bauchgefühl zu hören. Manchmal verstehen wir vielleicht erst Jahre später wofür das alles gut war. Aber die erhellenden Momente werden kommen. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung der letzten Jahre.

    In diesem Sinne: Genießt den Moment, zieht Dinge durch, die euch wichtig sind, auch wenn auf dem Weg schon wieder ganz neue Träume entstehen!

    • Lena

      Vielen Dank für deine Worte Christopher! Du hast recht, dass es nicht die “schwarz-weiß”-Sicht von klassischer Karriere ist und dass es oft Gründe gibt lieber gestern als morgen hinzuschmeißen. Aber wer einen Traum hat sollte ihn verwirklichen. Egal ob auf Umwegen oder direkt.
      Ich bin auch deiner Meinung, dass alles, was passiert, richtig und gut ist und deshalb sollte man auch nichts bereuen. Denn es gab immer Gründe dafür, warum es genau so gelaufen ist und nicht anders.
      Wichtig ist, herauszufinden was einem wichtig ist und dann bereit sein, dafür zu kämpfen!

  • Sandra

    Hey Lena..
    genau das gleiche Problem habe ich auch. Ich bin nach dem Abitur erst mal nach Neuseeland abgehauen & dachte danach weiß ich, wie es weitergeht. Und ich hatte schon eine etwas genauerer Vorstellung, was sinnvoll wäre für meine Zukunft als noch vor Neuseeland. Doch kann ich das überhaupt, will ich das? Letzendlich habe ich dann einfach einen Studiengang begonnen, wo ich schon wusste, dass mir das zu trocken werden würde, weil ich nur noch da reingekommen bin … aber jeder hat gesagt, ich müsse endlich etwas anfangen. Jetzt denke ich mir, dass ich diese Monate eher in Praktika hätte investieren sollen…

    Ich habe mich in der Uni jetzt allerdings schon sehr gut eingelebt, habe sogar in dem Wohnheim ein Zimmer gehabt, und es tat so gut von den Problemen zuhause weg zu sein und wie in Neuseeland einfach alleine zu wohnen… ohne Familie. Und die Vorstellung wieder gehen zu müssen, tut so weh. Weil ich total gute Freunde dort kennengelernt habe…. Aber ich weiß auch, dass ich nicht einfach irgendwas studieren sollte, das mir nicht wirklich extrem viel Spaß macht…

    Oft denke ich mir dann, ach, mach einfach irgendeine Ausbildung, wo du Kontakt zu Menschen hast, weil ich das echt brauche. Mach das dann einfach fertig, und schau danach, was du wirklich willst….

    Also, ich finde es echt schwierig rauszufinden, was man wirklich will, was einem liegt…

    Aber danke für deinen Beitrag, der ermutigt mich wieder etwas!

    • Lena

      Hey Sandra,
      danke für deinen offenen Worte! Ich bin mir sicher, du wirst deinen Weg finden und machst das, was du für richtig hältst. Wichtig ist, dass du dich nicht von anderen bequatschen lässt, sondern auf dich und dein Herz hörst! Was ist dir wichtig? Und was sind deine Leidenschaften? Oft braucht es einfach ein wenig Zeit, sich selbst zu finden und die Dinge zu erkennen, die einen glücklich machen!
      Liebe Grüße, Lena