Das Studium kann warten! – 4 grandiose Möglichkeiten für die Zeit vor dem Studieneinstieg

Hast du deinen Abschluss in der Tasche und keinen wirklichen Plan, wie es weitergehen soll?

Da ging es uns allen wahrscheinlich sehr ähnlich, und wer kann sich heute schon zwischen all diesen unglaublich vielfältigen Optionen entscheiden?

Bitte keine Sinnkrise bekommen – wir kriegen das schon hin! Bitte anschnallen, jetzt gibt es 4 (eventuell) lebensverändernde Möglichkeiten für die Zeit vor dem Studieneinstieg.

 

Auf geht`s ans Experimentieren!

Wenn du nicht weißt, wie es weitergehen soll oder noch keinen Plan hast, was du studieren möchtest und du mich fragen würdest: „Farina, was soll ich nach meinem Abschluss machen?“, dann würde ich dir wahrscheinlich bei einer guten Tasse Kaffee dringend empfehlen, mal das Land zu verlassen.

(11 Gründe, warum du das tun solltest, hat Pascal bereits in diesem Beitrag beschrieben)

Ach ja, das „mal verlassen“ habe ich bewusst eingefügt. Es soll ja nicht so wirken, als ob du ein entscheidungsunfähiger Schwerverbrecher der Generation Maybe bist, der die schnelle Flucht ins Ausland antreten muss.

Wenn du gerade keine Kohle oder kein Interesse daran hast Deutschland zu verlassen, aber auch nicht wirklich Ambitionen hegst studieren zu gehen, dann empfehle ich dir etwas ganz Neues auszuprobieren. Frei nach dem Motto „Geht nicht – gibt’s nicht!“ hast du eine große Auswahl verschiedener Möglichkeiten.

Wichtig ist, dass du mit deinen Möglichkeiten experimentierst und dir die Zeit nimmst mit deine Talente, Fähigkeiten und Träume zu entdecken. Plane hierfür mindestens ein halbes Jahr ein und ich verspreche dir, du wirst eine genauere Idee davon bekommen, wie es weitergehen soll.

Um dich bei der Wahl deines „Experiments“ vor deinem Studienbeginn zu unterstützen, habe ich im Folgenden ein paar der populärsten Möglichkeiten für dich aufgeschlüsselt:

 

Freiwilliges Soziales … – „Wie bitte? Ein Jahr?“

Die Idee, ein ganzes Jahr mal freiwillig im sozialen Bereich zu arbeiten, haut dich jetzt wahrscheinlich nicht um. Liegt es vielleicht an den Worten „ein Jahr“, „freiwillig“ und „sozial“? Don’t worry: Klingt alles schlimmer als es ist. Ja, das Freiwillige Soziale Jahr (kurz: FSJ) dauert tatsächlich ein Jahr lang, zumindest wird das angepeilt.

Wenn du jedoch in der Zeit feststellen solltest, dass es dir nicht mehr gefällt oder du eventuell schon eher als geplant einen Studienplatz bekommst, sollte das mit vier Wochen Kündigungsfrist kein Problem werden. Sprich vorher am besten mit deinem zukünftigen Chef oder Träger darüber.

 

Frei und willig?

Auch das Wort „freiwillig“ wird heißer gekocht als gegessen. In der Tat bekommst du kein richtiges Gehalt, sondern eine Aufwandsentschädigung. Dennoch kannst du unterstützende Hilfen beantragen und erhältst mit deinem Ausweis auch an vielen Orten einen ordentlichen Rabatt.

Du wirst auf jeden Fall über die Runden kommen. Kommen wir zu dem letzten gewichtigen Schlagwort „sozial“. Selbstverständlich sollst du in deinem Freiwilligendienst einen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Ob das nun sozial, ökologisch oder auch kulturell ist, entscheidest du mittels deiner Wahl.

Ja, es gibt auch ein ökologisches oder kulturelles Jahr. Alle nötigen Informationen dazu findest du hier. Wie deine praktische Tätigkeit letztendlich aussieht, richtet sich nach der jeweiligen Einrichtung und nach dem Vertrag (Stichwort: Tätigkeitsvereinbarung), den du mit der Einrichtung geschlossen hast.

 

Wozu ein FSJ absolvieren?

Du bekommst keine Medaille, wenn du ein FSJ absolvierst. Dennoch ist es eine ehrenwerte Tätigkeit und kann eine Erfahrung sein, die deine Perspektive aufs Leben für immer verändert. Es bringt aber noch weitere kleine Benefits mit sich: Zum Beispiel kann es als Überbrückung der Wartezeit genutzt werden. Darüber hinaus wird es von vielen Hochschulen auch als Praktikum anerkannt, was du häufig in den sozialen Studienfächern benötigst.

Sollten alle Stricke reißen und du findest zum Ende des FSJ keinen Ausbildungs- oder Studienplatz, kannst du das Jahr auch nochmal um sechs Monate verlängern. Nach zwölf Monaten hast du übrigens auch Anspruch auf Arbeitslosengeld. Just saying!

Wenn du wirklich Lust auf ein FSJ hast, kann ich dir die Trägerübersicht von dem Bundesarbeitskreis FSJ empfehlen. Hier kannst du dein Bundesland auswählen und nach dem besten Träger Ausschau halten. Sehr häufig werden auch FSJ-Stellen in der Zeitung, an Tafeln oder bei der Jobbörse ausgeschrieben. Falls du bereits eine bestimmte Einrichtung im Blick hast, kannst du auch direkt dort mal nachfragen. So bin ich übrigens auch an meinen FSJ-Platz gekommen.

 

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Endlich Geld verdienen: Die Ausbildung

Wer einmal die Schule inklusive hammerschwere Prüfungen hinter sich gebracht hat, ist wahrscheinlich nicht besonders scharf darauf, sich wieder ins Lernen zu stürzen. So ganz kommt man jedoch nicht drum herum. Die Schule hat dir schließlich nur die Grundlagen vermittelt, damit du eben jetzt in deinem gewünschten Gebiet ausgebildet wirst.

Während das Studium doch häufig einen recht trockenen Charakter hat, besteht die Ausbildung gleichermaßen aus Theorie und Praxis. Die Vorteile liegen hier klar auf der Hand: Du verdienst endlich etwas Geld, lernst vorwiegend Inhalte, die dich wirklich interessieren und erhältst einen praktischen Einblick ins Arbeitsleben.

Falls du an einer Ausbildung interessiert bist, dann schau mal bei der Stellenbörse vorbei. Dort gibt es immer wieder tolle Azubi-Stellen und vielleicht ist ja auch eine für dich dabei.

 

Nichts wie weg hier – Ausland ich komme!

Ich kann es wirklich keinem krummnehmen, so schnell wie möglich nach dem Abschluss die weite Welt zu erkunden, denn schließlich ist Reisen einer der besten Wege, um sich selbst zu entdecken und seinem Leben eine entscheidende Veränderung zu geben. Auslandsaufenthalte vor dem Studieneinstieg sind derzeit hoch im Kurs und es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten, deinen Auslandsaufenthalt zu verbringen:

  • Work & Travel
  • Workcamps
  • Horse-Holidays
  • Praktikum mit AIESEC
  • Freiwilligenarbeit
  • Weltreise

Natürlich kannst du dich auch alleine und unabhängig auf die Reise machen. Wenn du das nötige Kleingeld hierfür angespart hast und die Abenteuerlust mitbringst, dann sollte das kein Problem sein.

Sollte es mit der Kohle nicht so gut aussehen, findest du im Nachfolgenden eine kleine Auswahl spannender Alternativen.

 

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Work, Work und dann bitte ganz viel Travel, Travel

Der Klassiker ist und bleibt Work & Travel. Ob mit Organisation oder auf eigene Planung: Work & Travel bietet die unsagbare praktische Möglichkeit, für eine gewisse Zeit in einem fremden Land zu arbeiten und zu reisen.

So kannst du auf Grundlage von Arbeitsgelegenheiten den Ort häufig recht unkompliziert und kurzfristig ändern, das Land erkunden und neue Menschen kennen lernen. Möglich ist dies für einen gewissen Zeitraum mit dem Working-Holiday-Visum, deinen Ersparnissen und dem dortigen Job.

Da es sich um Arbeitsgelegenheiten handelt, springt hierbei jedoch nicht das große Geld raus.

Es gibt im Internet eine Vielzahl unterschiedlicher Organisation und Anbieter für Work&Travel. Schau einfach mal bei Travelworks oder auch AIFS vorbei oder werde Teil der Work&Travel-Facebook Gruppen und unterhalte dich mit jungen Menschen, die bereits Work&Travel-Erfahrungen haben.

 

Sicherheit vs. Abenteuer

Wenn du bei Work & Travel wirklich kein Risiko eingehen möchtest, dann buche deinen Aufenthalt am besten bei einem Veranstalter oder einer Organisation. Das kostet zwar etwas mehr Geld, dafür profitierst du dann jedoch auch von den Vorteilen und Sicherheiten der Organisation, brauchst dich nur noch um wenige Dinge kümmern und kannst dich ganz auf deinen Aufenthalt freuen.

Wer selbst plant und organisiert, ist im Zweifelsfall immer günstiger dabei, hat mehr Freiheiten und kennt das Land und die damit verbundene Bürokratie wahrscheinlich schon vor Beginn der Reise auswendig. Das kann als Vorteil betrachtet werden. Vielleicht hilft dir auch unser neuer, kostenloser Einsteigerkurs dabei herauszufinden, welche Reiseart am besten für dich ist

 

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Freiwilligenarbeit im Ausland – Erfahrung und helfen verbinden

Ob Workcamp, Volunteering oder auch internationale Freiwilligendienste: Die Möglichkeiten ehrenamtlicher Tätigkeiten boomen aktuell wieder. Je nachdem, ob du über oder unter 30 Jahre bist, gibt es verschiedene Programme, an denen du teilnehmen kannst. Damit alles auch legal abläuft, solltest du mindestens 18 Jahre alt sein.

Achtung: In manchen Ländern kannst du das jeweilige Angebot auch erst ab dem 21. Lebensjahr in Anspruch nehmen. Die Dauer deines Aufenthalts bestimmt sich durch das jeweilige Programm, an dem du teilnimmst, oder durch die direkte Vereinbarung mit dem Leiter der Einrichtung, in welcher du deinen Dienst absolvieren möchtest.

Um wirklich Land und Leute kennenzulernen, empfiehlt sich ein Mindestaufenthalt von drei Monaten.

 

Für den guten Zweck

Der Haken an der Geschichte: Du bekommst kein Gehalt. Bei vielen Freiwilligendiensten bekommst du jedoch Kost und Logis kostenfrei und kannst dich mit einem kleinen Taschengeld über Wasser halten.

Hintergrund dieser „entgeltfreien“ Geschichte ist schlicht und einfach die Motivation. Die Agenturen und Anbieter dieser Programme gehen davon aus, dass Menschen, die freiwillig arbeiten, mit einer ganz anderen Motivation an die Sache gehen als jemand, der dafür ein richtiges Gehalt bekommt.

Hier möchte man entweder aus einer intrinsischen Motivation heraus den Tieren, Menschen oder sogar den ganzen Planeten retten. Ein gewisses Helfersyndrom sollte hier also unbedingt im Gepäck sein, um die vereinbarte Zeit auch wirklich durchzuhalten.

Nichtsdestotrotz kann diese Zeit aber auch sehr intensiv werden. Du lernst in jedem Fall neue Menschen, eine neue Kultur und Problemlagen kennen. Angebote gibt es übrigens weltweit. Achte hierbei auf seriöse Unternehmen und versuche dich mit ehemaligen Teilnehmenden auszutauschen. Es gibt schließlich immer schwarze Schafe.

 

Fazit

Ich habe damals ein FSJ beim IJGD in einem Verein auf einem noch kleineren Dorf absolviert. Es war eine extrem krasse Zeit, aber rückblickend auch eine der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe. Die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, ob positiv oder negativ, kann mir keiner mehr nehmen. Im Anschluss habe ich übrigens Soziale Arbeit studiert. Das passte also auch inhaltlich.

Wenn dich persönlich ein FSJ nicht reizt, dann habe ich dir in diesem Beitrag gezeigt, dass es noch viele weitere Möglichkeiten gibt, um nach deinem Schulabschluss ein bisschen zu experimentieren. Wenn du deinem Bauch ein Ohr schenkst, wirst schon die beste Möglichkeit für dich auswählen, denn wenn ich mir die Berichte von Leuten anschaue, die ihrem Bauch ein Ohr geschenkt haben, dann hat das meistens super funktioniert.

Ganz getreu unserers Generation Y-Leitbilds möchte ich dir zum Schluss noch das mitgeben: Nutze die Zeit, die dir in den Zwanzigern geschenkt wird. Mache etwas aus diesen wunderbaren Jahren und lass dich nicht von anderen dazu verleiten etwas zu tun, was dir falsch erscheint. Im Zweifelsfall lebst du nur einmal.  

 

Willst du auch mal ins Ausland?

 

Trau dich, und schreibe einen Kommentar über deine Erfahrungen.

PS: Falls dir der Post gefallen hat, dann teile ihn doch mit deinen Freunden und allen twentysomethings, die ihre Zwanziger richtig leben wollen.

 


Über die Autorin

Farina / www.pascalkeller.comFarina gehört zu den klassischen 20-somethings und hofft mit ihrem Blog Life-Unsettled dem ein oder anderen Y-Gen aus der Seele zu sprechen. Sie ist überzeugt davon, dass die Unzufriedenheit der Generation Maybe mehr zum Lachen bietet als die besten Comedy-Shows. Wer unbedingt mal vor den Kopf gestoßen und gleichzeitig verstanden werden möchte, darf sich bei Life-Unsettled gerne die wöchentliche Dosis abholen.