8 Karrierefragen, die sich jeder twentysomething stellen sollte

Quälen dich Fragen über deinen nächsten Karriereschritt?

Weißt du nicht, welchen Karriereweg du nach dem Studium einschlagen sollst?

Fühlst du dich verloren im Karrieredschungel?

Ja?

Dann bist du nicht alleine.

Nach hunderten Gesprächen mit twentysomethings in den letzten 3 Jahren, weiß ich, dass die Fragen rund um die Karriere zu den Hauptauslösern von Angst, Verwirrung und Frustration in den Zwanzigern zählen.

Den richtigen Job zu finden, ist eine der größten Herausforderungen in den Zwanzigern, denn ein Job ist für uns so viel mehr als nur eine Arbeit, für die wir bezahlt werden. Ein Job bedeutet für unsere Generation einen Platz zu finden, an dem wir unsere Talente und Leidenschaften einbringen können, einen Platz an dem wir Dinge bewegen können und an dem wir uns wohl fühlen.

Wenn du mit deinem aktuellen Job kämpfst, unsicher bist, ob du in die richtige Richtung läufst oder herausfinden willst, ob ein gewisser Job nach deinem Studium zu dir passt, dann ist es hilfreich dir die richtigen Fragen zu stellen. Denn die richtigen Fragen, sind schon die halbe Miete für die richtigen Antworten.

In diesem Beitrag findest du genau diese Fragen. Es sind 8 Fragen, die dir helfen, herauszufinden, was du von deiner Karriere möchtest. Und noch viel mehr: Was dich wirklich begeistert. Diese 8 Fragen helfen dir, in verschiedene Bereiche deines Leben, in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft zu schauen, um eine Karriere zu finden, für die du brennst.

Hast du darauf Lust?

Na dann los!

 

8 Karrierefragen, die sich jeder twentysomething stelllen sollte

 

1. Was macht für dich eine erfolgreiche Karriere aus?

Wie so oft, fängt der erste Schritt bei dir an. Du musst für dich definieren, was für dich persönlich das Wort “Karriere” bedeutet.

  • Bedeutet es dich selbst zu verwirklichen?
  • Bedeutet es etwas zu kreieren?
  • Bedeutet es selbstständig und freibestimmt arbeiten zu können?
  • Bedeutet es in einer großen Firma zu arbeiten?
  • Bedeutet es es “spannende” Aufgaben zu haben (was ist eine spannende Aufgabe in deinen Augen?) ?
  • Bedeutet es ein hohes Gehalt und einen Firmenwagen?

Nimm dir ein weißes Blatt Papier, einen Stift und 45 Minuten Zeit und mache ein kleines Brainstorming, bei dem du die obenstehenden Fragen als Gedankenstütze nutzen kannst. Beschreibe deine Definition von “Karriere” so genau wie möglich.

Dir die Zeit zu nehmen diese Frage zu beantworten, kann deine Karriere entscheidend verändern, denn je mehr du eine Karriere wählst, die deinen Vorstellungen enstpricht und nicht den Vorstellungen anderer , desto glücklicher wirst du langfristig in deiner Karriere sein. 

 

2. Sind die Menschen, die Erfolg in deinem Traumjob erreicht haben wirklich glücklich?

Wenn du dir die Menschen in deinem idealen Karriereweg anschaust, die es wirklich geschafft haben und erfolgreich sind; sind diese Menschen glücklich? Leben sie ein Leben, das sie genießen oder machen sie genau das Gegenteil?

Wenn dir bei dem Gedanken, den Job deines Chefs in 15 Jahren zu übernehmen ein bisschen flau in der Magengegend wird, dann ist das vielleicht ein Zeichen, dass du diesen Karriereweg besser nicht weitergehen solltest.

Andersrum: Wenn dich der Gedanke antreibt, dann leg dich ins Zeug und hol dir den Job schon in fünf Jahren. Worauf wartest du?

 

3. Fünf Minuten bevor du an deinem Arbeitsplatz ankommst, wie fühlst du dich?

Morgen, kurz bevor du das Büro betrittst, halte kurz inne und stelle dir diese Frage.

Fühlst du dich freudig oder fühlst du dich überfordert? Bist du nervös vor Freude oder vor Angst? Bist du ge-spannt oder an-gespannt?

Vielleicht spürst du ein Gefühl von Zufriedenheit. Das ist ein großartiges Zeichen. Vielleicht spürst du aber auch ein unangenehmes Ziehen, das dich daran hindert überhaupt ins Büro zu gehen. Oder vielleicht spürst du gar nichts, weil es dir egal geworden ist.

Das Gefühl, das du spürst wenige Momente bevor du deinen Arbeitstag beginnst, verrät dir viel darüber, wie du dich fühlst wenige Momenten nachdem dein Arbeitstag beendest hast.

Höre auf deine innere Stimme, denn sie sagt dir ganz deutlich, ob du auf dem richtigen oder falschen Karriereweg läufst.

 

4. Wie ist deine “Geht gar nicht”, “Akzeptabel” und “Hell-Yeah!”-Einteilung?

Auf geht`s, wir machen eine Tabelle. Das wird lustig!

Schau dir deinen typischen Arbeitstag an. Nun breche deine 8, 9 oder 10 Stunden auf 60 Minuten-Arbeitsperioden runter. Von E-Mails beantworten, zu Meetings, reisen, telefonieren, vorbereiten, nachbereiten und die Stunden, in denen du deinen eigentlichen Job machst.

Im nächsten Schritt schaust du dir deinen “break-down” an und teilst jede 60-Minuten-Periode in die folgenden drei Kategorien ein:

  • Geht gar nicht
  • Akzeptabel
  • “Hell-Yeah!”

Fasse im letzen Schritt deine Einteilungen zusammen und mache ein Kuchen-Diagramm draus.

  • Wenn dein Diagramm mehr mit “Geht gar nicht” als mit “Hell-Yeah!” gefüllt ist: Gibt es Wege mehr Zeit mit Aufgaben der “Hell-Yeah!”-Kategorie zu verbringen?
  • Wenn dein Diagramm zum größten Teil aus “Aktzeptabel” besteht: Gibt es eine Möglichkeit die “Aktzeptabel”-Stunden zu reduzieren, um dich mehr auf die “Hell-Yeah!”-Stunden zu konzentrieren?
  • Wenn die “Geht gar nicht”-Kategorie mehr als 50% deines Kuchens einnimmt:  Kannst du damit leben oder ist es an der Zeit etwas Neues auszuprobieren?

Ziel dieser Übung ist es zu definieren, was du an deinem Job liebst, um am Ende weniger von dem zu tun, was dich runterzieht und mehr von dem, was du liebst. 

 

5. Bist du in einem “bescheidenen” Job gefangen und es müsste ein Wunder passieren, damit du ihn genießt?

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sich ein “bescheidener” Job  manchmal wie ein schwarzes Loch anfühlen kann – es ist deprimierend und gibt dir keine Möglichkeit zu entfliehen.

Die meisten von uns werden sich einmal in ihrer Karriere in einem dieser “bescheidenen” Jobs wiederfinden – das ist die Realität.

Was kannst du tun, um diesem bescheidenen Job zu entfliehen?

Cal Newport gibt in seinem Buch “So good they can`t ignore you”* einen hilfreichen Ratschlag:

»Werde so gut in deinem Job, dass du über kurz oder lang Freude an deinem Job bekommst.«

Newport vertritt die These, das es nicht so wichtig ist, dass du leidenschaftlich gerne in deinem Job arbeitest, sondern, dass du ein Experte wirst in dem was du machst und damit Freude an deiner Arbeit findest. Um es kurz zu fassen:

»Working right trumps finding the right work.«

Anstatt deinem bescheidenden Job also direkt zu entfliehen, indem du ihn kündigst, schlägt Newport vor, dass du deine Fähigkeiten und Arbeitsergebnisse immer weiter verbesserst bis du an einen Punkt kommst, an dem so gut bist, dass du

  •  in einen Job aufsteigst, der dir Freude macht
  • Freude an deinem Job findest
  • Fähigkeiten entwickelt hast, die dir für andere Jobs helfen.

Nicht immer macht ein Job Spaß und nicht immer entfacht er gleich Feuer in uns – das ist völlig okay. Manchmal müssen wir uns und unserem Job Zeit geben, um sich zu entwickeln.

Es ist wie, wenn wir Fahrradfahren lernen: Am Anfang macht es uns keinen Spaß, weil wir immer wieder hinfallen und Hilfe brauchen. Je mehr wir aber üben und je mehr wir unsere Fähigkeit, die Balance zu halten, verbessern, desto mehr Freude macht es uns – so viel Freude, das wir irgendwann gar nichts anderes mehr machen wollen außer Fahrradfahren.

 

6. Hilft dir dein Job dein Leben so zu leben, wie du es dir vorgestellt hast?

Es gibt Menschen, die haben für Ausstehende wie dich und mich, eine großartige Karriere: Sie sind im Top-Management einer großen Firma, verdienen mehr als sie ausgeben können, werden in Zeitungen zitiert und von tausenden Menschen respektiert.

Doch nicht immer ist das was glänzt, auch wirklich wertvoll, denn jede “großartige” Karriere hat ihren Preis.

Dieser Preis kann Freizeit, Familie, Freundschaft, Luxus oder Gesundheit sein.

Du musst entscheiden, welchen Preis du bereit bist zu bezahlen.

Bist du bereit 70-80 Stunden die Woche zu arbeiten, um Geld, Macht und Annerkennung zu bekommen? Oder bist du bereit eine Karriere mit Sinn und Leidenschaft zu verfolgen, mit der du  dir keinerlei Luxus erlauben kannst? Oder bist du bereit auf die große Karriere zu verzichten, um für deine Familie da zu sein?

Auf was ich hinaus will ist folgendes:

Welche Prioritäten hast du in deinem Leben?

Wähle eine Karriere, die zu deinen Prioritäten passt, denn am Ende geht es nicht darum eine großartige Karriere für Ausstehende haben – sondern für dich.

 

7. Tust du etwas, das wirklich zählt und das anderen einen Mehrwert bietet?

Wir sind eine Generation, die Erfolg anders defniert als die Generationen vor uns.

Nicht mehr “Sicherheit” und “Geld”, sondern “Sinn” und “Leidenschaft” sind die Schlagworte, welche die meisten twentysomethings benutzen, wenn sie ihre ideale Karriere beschreiben müssen.

Oder wie es eine aktuelle Barna Studie auf den Punkt bringt:

»When it comes to work and career, more than anything this generation wants to be inspired. Finding a job they are passionate about is the career priority Millennials ranked highest.«

Für mich – und viele andere twentysomethings auch –  ist eine Karriere viel mehr als ein 9-17 Uhr-Job. Eine Karriere bedeutet für uns Arbeit zu machen, die zählt und einen Mehrwert bietet – für unser Unternehmen, unsere Kunden und unsere Entwicklung.

Für mich persönlich ist dieser Blog Arbeit zu machen, die zählt. Der Blog gibt mir jeden Morgen Motivation aufzustehen, weil ich merke, dass er anderen Menschen einen Mehrwert bietet und ihnen hilft ihre Zwanziger besser zu leben.

Das Gefühl etwas zu tun, das ich selbst bestimmen kann und das wirklich zählt – zumindest für mich persönlich – ist eines der erfüllendsten Gefühle, die ich je erlebt habe. Es treibt mich an und lässt mich gehen.

Spürst du dieses Gefühl auch bei deiner Arbeit?

 

8. Willst du überhaupt eine Karriere?

“Karriere”- das ist irgendwie schon ein ziemlich ausgenudeltes Wort, oder?

Karriereziele. Karrierechancen. Karriereplanung. Karriereleiter – alle sprechen von Karriere.

In der Schule und Uni bekommen wir immer wieder gesagt, wie wichtig dies und jenes “für eine erfolgreiche Karriere” ist.  Alle wollen, das wir Karriere machen irgendwann. Egal ob als Manager, Berater oder Dozent.

Schneller, höher, weiter. Hauptsache Karriere.

Die Frage ist nur: Willst DU überhaupt eine Karriere?

Brauchst du eine Karriere, um dich als glücklich und erfolgreich zu bezeichnen?

Mein Eindruck ist, das viele Mitglieder der Generation Y überhaupt keine Karriere mehr wollen. Viele von uns wollen die Karriereleiter nicht bis zum höchsten Ast aufsteigen. Es geht für viele unserer Generation nicht mehr darum ganz oben anzukommen. Es geht mehr draum, ein Level zu erreichen, auf dem wir unsere Bedürfnisse erfüllen können und dort dann stehen zu bleiben.

Paul Angone von All groan up bringt es auf den Punkt:

»I don’t think our generation wants to climb the ladder. Our generation wants swim from island to island, picking up necessary skills as we travel towards our destination.«


Nimm dir die Zeit und beantworte diese Fragen in den nächsten Wochen. Ich verspreche dir, dass dich die Antworten weiterbringen.

Vielleicht hast du ja auch Lust deine Antworten mit mir in einem Kommentar zu teilen.

 

PS: Falls dir der Post geholfen hat, dann teile ihn doch mit deinen Freunden und allen twentysomethings, die ihre Zwanziger richtig leben wollen.

 

Das solltest du als nächstes lesen!

Pascal Keller

Pascal ist Gründer und Autor des twentysomething 1x1. Er hat zwar nicht alle Antworten auf das Leben als twentysomething, aber er versucht sie zu finden und damit anderen jungen Menschen zu helfen ihre Zwanziger zur besten Zeit ihres Lebens zu machen.
  • Lena

    Ein toller Artikel. 🙂

    • Pascal

      Danke Lena 🙂

  • Farinobaer

    Ich glaube, dass vor allem der letzte Punkt ein entscheidender ist. Wenn ich so in mein Umfeld schaue, stelle ich vermehrt fest, dass es gar nicht mehr unbedingt darum geht, Karriere zu machen. Ich denke, dass wir auch hier nochmal definieren sollten, was für uns Karriere bedeutet. Denn wie du bereits andeutest, haben wir eine ganz andere Auffassung von Karriere. Ja, vielleicht wollen wir eine. Aber was ist, wenn sie einfach ganz anders ist, als das was unsere Eltern wollen. Vielleicht bedeutet für uns ja “Karriere” “Work-Life-Blending”?! Toller Artikel! Weitermachen.

    Liebe Grüße,
    Farina

    http://www.life-unsettled.com

    • Pascal

      Vielen Dank für deinen Kommentar, liebe Farina 🙂
      Was genau bedeutet für dich denn Karriere?

      Saludos,
      Pascal

      PS: Sehr cooler Blog, wir sollten uns austauschen!!