6 Monate AIESEC / www.pascalkeller.com

Erfahrungen im Ausland sammeln. Die Welt entdecken. Fremde Kulturen kennlernen. Selbst Verantwortung übernehmen und eigene Projekte leiten. Seine eigenen Grenzen erfahren und Menschen kennenlernen, die ähnliche Überzeugungen teilen, wie man selbst. Mehr als nur Reisen. Mehr als nur helfen. Mehr als nur Standard.

All das wollte ich nach meinem Bachelorabschluss. Also lehnte ich lehnte ich das lukrative Übernahmeangebot nach meinem Studium ab und flog nach Mexiko. Dort arbeitete 6 Monate für AIESEC und lebte in Augascalientes. Es waren die besten 6 Monate meines Lebens.

All das wollte ich nach meinem Bachelorabschluss. Also lehnte ich lehnte ich das lukrative Übernahmeangebot nach meinem Studium ab und flog nach Mexiko. Dort arbeitete 6 Monate für AIESEC und lebte in Augascalientes. Es waren die besten 6 Monate meines Lebens.

Da ich immer wieder Fragen zu meiner Zeit in Mexiko bekomme und wie ich das Ganze organisiert habe, habe ich mich hingesetzt und chronologisch aufgeschrieben, wie mein Abenteuer abgelaufen ist.

 

Der Start des Abenteuers

 

06.08.2014, Edenkoben (Pfalz): „Ich will ins Ausland!“

Vor einer Woche habe ich meine Bachelorarbeit abgegeben und beschäftige mich seitdem damit, was nach dem Abschluss kommt. Eigentlich sollte ich happy sein, denn mir liegt seit gestern ein Übernahmeangebot meines Ausbildungsbetriebes für die Zeit nach meinem Studium vor. Die Karriere im Unternehmen könnte nun also problemlos starten.

Doch halt! Ich will meine „Karriere“ gar nicht starten.

Ich will nicht ins Hamsterrad einsteigen. Stattdessen keimt in mir seit einigen Monaten der Traum nach meinem Abschluss ins Ausland zu gehen und damit eine neue persönliche Herausforderung anzunehmen. Ich will ein neues Land und eine neue Kultur entdecken, reisen, neue Erfahrungen sammeln und neue Menschen kennenlernen. Ich möchte in ein Land außerhalb von Europa, am besten in ein südamerikanisches Land und dort für mindestens ein halbes Jahr ein freiwilliges soziales Praktikum machen.

Dabei möchte ich mein Wissen und meine Fähigkeiten für junge Menschen sinnvoll einbringen und mich gleichzeitig beruflich weiterentwickeln. Das ist es was ich will. Doch wie finde ich auf die Schnelle die nötigen Mittel und Wege, dies in die Tat umzusetzen?

 

12.08.2014, Hauenstein (Pfalz): „Für Freiwilligenarbeit bezahlen?! Geht’s noch?!“

Schon seit knapp drei Wochen bin ich abends stundenlang auf der Suche nach einem passenden Freiwilligenjob im Ausland.

Google spuckt mir auf die Anfrage: „Freiwilligenarbeit Ausland“ gefühlt 1 Million Ergebnisse aus und schlägt mir mindestens 1000 Organisationen vor, die Freiwilligenarbeit in allen Ländern der Welt anbieten. Das Problem: Fast alle Organisationen verlangen für die Freiwilligenarbeit Geld. Viel Geld. 2000 Euro für die Organisation + Reisekosten + Lebenshaltungskosten + X für sechs Monate soziale Arbeit als Lehrer in einem Kinderheim beispielsweise.

„Wie kann das denn sein?“, frage ich mich, „Noch bezahlen dafür, dass man kostenlos hilft?“ Geht’s noch??

 

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01.09.2014, Hauenstein (Pfalz): „Geh doch mal zu AIESEC“

Nur noch vier Wochen bis zu meinem Zieltermin Anfang Oktober und trotz intensiver Recherche habe ich noch immer keine Organisation geschweige denn einen passenden Job oder ein passendes Projekt gefunden. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwierig sein würde, ein soziales Praktikum zu finden.

Als ich einem Kumpel aus der Schulzeit von meinem Vorhaben erzähle, rät der mir: „ Geh doch mal zu AIESEC. Das ist eine super Studentenorganisation und die vergeben Praktikumsplätze im Ausland! Da findest du was!“.

„Wer oder was ist denn bitteschön AIESEC?“, frage ich mich. Google gibt mir mal wieder die Antwort. „AIESEC ist die weltweit größte Studentenorganisation und ermöglicht es Studenten auf der ganzen Welt durch Führungserfahrungen in gesellschaftlich relevante Rollen zu wachsen“. Wow, das hört sich ja gut an. Am Abend schreibe ich meine erste Mail an das Lokal-Komitee in Karlsruhe und erhalte eine halbe Stunde später schon eine super nette Antwort:

“Schön, dass du deine AIESEC-Erfahrung machen möchtest. Komm doch einfach zu unserer nächsten Sprechstunde vorbei und wir reden über deine Vorstellungen und Pläne.“

 

06.09.2014, Karlsruhe (Baden-Württemberg): „Hey, ich bin Malwin. Willkommen bei AIESEC!”

Als ich ins Büro des Lokal-Komitees AIESEC in Karlsruhe komme, lächeln mich zwei junge Mädels von ihrem Laptop aus an. Es herrscht reges Treiben in dem kleinen Raum und als ich etwas verloren dastehe, stellt sich ein junger Mann vor mich und schaut mich durch seine Brille an: „Hey, du musst Pascal sein, oder? Ich bin Malwin. Willkommen bei AIESEC Karlsruhe!“.

Gemeinsam setzen wir uns an einen kleinen Computer neben zwei Bierkisten. Nach ein bisschen Smalltalk zum Aufwärmen, führt Malwin ein erstes kleines Interview mit mir, indem wir über meine Vorstellungen und Erwartungen sprechen – auf Deutsch und Englisch, denn Malwin will testen, ob ich international überhaupt arbeiten könnte.

Abschließend zeigt und erklärt mir Malwin, welche Möglichkeiten das Global Citizen Programm von AIESEC bietet und wie der weitere Verlauf wäre, falls ich Interesse an einem sozialen Auslandspraktikum hätte.

Am Ende des Gespräches ist mir klar: Ja, ich hab gefunden was ich gesucht hatte. Ja, ich hab Bock drauf mit AIESEC ins Ausland zu gehen!

 

14. 09.2014, Hauenstein (Pfalz):„Congratulations Bro, you`ve been accepted. See you in MX“

Nach dem ersten Gespräch und meiner Entscheidung mit AIESEC ein soziales Auslandspraktikum zu machen, beginnt die Recherchearbeit wieder von vorne.

Tagelang schaue ich mir die unzähligen Praktikumsmöglichkeiten in den über 800 Lokalkomitees in 113 Ländern an die AIESEC bietet. Zum Glück habe ich mit Süd-/Mittelamerika schon eine kleine Tendenz, wo es hingehen soll. Brasilien und Mexiko sind dabei meine Favoriten. Letztendlich bewerbe ich mich unkompliziert auf der AISESC Online-Plattform für Praktikumsstellen in beiden Ländern.

Beide Lokal-Komitees bitten mich zum Interview. Via Skype rede ich mit den zuständigen Ansprechpartnern in Brasilien und Mexiko und bin zum ersten Mal von dieser internationalen Welt fasziniert. Die Interviews ähneln eher einem Gespräch unter Freunden, denn im Vergleich zu einem ernsten Jobinterview reden hier Studenten mit Studenten.

Nach einem tollen Gespräch mit Ricardo entscheide ich mich letztlich für Mexiko, Aguascalientes – nicht nur, weil ich die AIESECer dort sympathisch finde, sondern vor allem, weil es dort ein Projekt gibt, das wie für mich geschaffen scheint: Lehrer in einem internationalen Projekt an einer internationalen Uni.

Nach meiner Bewerbung warte ich gespannt auf Rückmeldung und erhalte eine Woche später eine Email von Ricardo:

“Congratulations Bro, you`ve been accepted at the GLS-Project. See you soon in MX!“

Yeaaaaah!! Ich habe mein Praktikum! Für einen Moment bin ich der glücklichste Mensch der Welt. Mein Auslandstraum wird wahr.

 

24.09.2014 September 2014, Karlsruhe (Baden-Württemberg): „Vorbereitung ist das A und O!“

Die Vorbereitungen für mein Mexiko-Abenteuer laufen auf Hochtouren. Ich muss mich um viele Dokumente kümmern, Impfungen machen, Versicherungen abschließen, meinen Flug buchen und die Sprache lernen.

AIESEC und mein EP-Buddy in Mexiko, Ricardo, unterstützen mich bei der Organisation, wo sie können und beantworten jede Frage. Auch wenn die Kommunikation mit Mexiko ab und an etwas chaotisch ist, so geht alles irgendwie seinen geregelten Weg.

Eine Woche vor meiner Abreise habe ich dann noch das sogenannte „Outgoing-Preparation Seminar“ von AIESEC in Karlsruhe. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen, die ebenfalls mit AIESEC ins Ausland gehen, werde ich zwei Tage lang intensiv auf meinen Auslandsaufenthalt vorbereitet. Als wir in einem Rollenspiel während des Trainings gefragt werden: „What do you think about Hitler?“, denke ich mir nur so „Komm schon, das wird mich eh nie jemand fragen!“. Ich sollte mich irren…

 

1. Oktober 2014, Frankfurt a.M. (Hessen): „Pass auf dich auf und kommt gesund wieder heim!“

Nach einer grandiosen Abschiedsparty und vielen Unsicherheiten, ob auch alles klappt in Mexiko, verabschiede ich mich am Flughafen in FFM von meinen Eltern für die nächsten sechs Monate. „Pass auf dich auf und kommt gesund wieder heim!“, sind die letzten Worte von meiner Mutter bevor ich durchs Gate gehe.

Noch ein letztes Mal blicke ich zurück zu meinen Eltern. Dann bin durch die Sicherheitskontrolle durch und auf mich allein gestellt. Als mein Flieger abhebt, habe ich feuchte Hände. Es ist eine Mischung aus Angst und riesiger Vorfreude auf mein Auslandsabenteuer. Mexiko ich komme!

 

1. Oktober 2014, Mexico City (Mexiko): „What the hell is happening here?!. Callense y siéntense, por favor!“

Nach einem angenehmen 11 Stunden Flug komme ich am späten Abend mexikanischer Zeit (sieben Stunden zurück) müde, aber sicher am internationalen Flughafen von Mexiko City an. Alles scheint seinen geregelten Ablauf zu nehmen, als mich Memo, ein AISESCer aus Mexiko City, der mich am Flughafen abholen soll, anruft.

Überglücklich, dass tatsächlich jemand auf mich wartet, nehme ich natürlich ab und berichte Memo wo ich bin. Plötzlich werde ich zur Passkontrolle geschoben und von zwei Polizisten angeschrien. Ich verstehe kein Wort von dem, was die zwei mir sagen und rede mit Memo weiter. Plötzlich reißt mich einer der Polizisten am Arm, nimmt mir mein Handy weg und bringt mich in einen kleinen Raum, wo ca. 10 andere Menschen sitzen.

Ich bin völlig verwirrt. Was passiert da gerade mit mir, frage ich mich. Über 4 Stunden sitze ich als „Gefangener“ in diesem kleinen Raum, mit lauter fremden Leuten, von denen kaum jemand Englisch spricht. Als ich auf meine höflichen Fragen, warum ich „gefangen“ bin keine Antwort bekomme, frage ich mit Nachdruck: „What the hell is happening here?!“

Doch niemand versteht mich und ich verstehe die Antwort „Callense y siéntense, por favor!“ nicht. Ich bin verzweifelt und habe Angst. Vielleicht die Angst meines Lebens. Nach knapp viereinhalb Stunden werde ich freigelassen ohne jegliche Begründung. Natürlich war mittlerweile mein Koffer weg und auch mein Akku leer. Da war ich also alleine in der größten Stadt der Welt – ohne Gepäck, ohne Spanisch und ohne Plan, was ich machen sollte.

Bienviendos a Mexico…

Doch als ich das Gate verlasse, steht da Memo, der Typ bei dem ich die ersten Tage unterkommen würde. Wahnsinn! Knapp 5 Stunden hatte er auf mich gewartet ohne zu wissen, was genau mit mir los ist. Ich falle ihm in die Arme und verliebe mich auf Anhieb in die Gastfreundlichkeit der Mexikaner.

Mit dem Taxi fahren wir zu seiner kleinen Wohnung und meine erste Nacht in Mexiko geht mit ein paar Taccos, einem mexikanischen Corona-Bier und einer unvergesslichen Geschichte zu Ende.

 

09.10.2014, Aguascalientes (Mexiko): „ Somos to nueva familia – Wir sind deine neue Familie“

Nach einer grandiosen ersten Woche in Mexiko City, in der ich die Gastfreundlichkeit, die Herzlichkeit und die verrückte Kultur der Mexikaner kennenlernen durfte, komme ich mit dem Bus in Aguascalientes, meiner neuen Heimat, an.

Am Busbahnhof empfangen mich drei AIESECer mit einem einer riesigen Mexiko-Flagge, einem Willkommenskorb und einem Lächeln.

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Kary, AIESECerin, 21-jährige Studentin und Ansprechpartnerin für alle Trainees, nimmt mich dann auch gleich mit in ihre Wohnung und gibt mir anschließend bei strahlendem Sonnenschein eine erste Stadtführung. Am Abend lerne ich dann meine neue Gastfamilie kennen, die von AIESEC organisiert wurde und mit der ich für die nächsten sechs Monate leben werde.

Ich hatte mir im Vorfeld viele Sorgen gemacht, ob meiner neuen mexikanischen Familie, doch als ich meinen Gastbruder, meine zwei kleinen Schwestern und meine Gasteltern kennenlerne, verfliegen alle Sorgen. Obwohl wir uns mit meinen wenigen Brocken Spanisch sowie Händen und Füßen unterhalten müssen, haben wir auf Anhieb eine tolle Verbindung.

„Somos tu nueva familia“, sagt meine Gastmutter zu mir und ich verstehe es. Ich habe meine neue Familie gefunden.

Mexiko Familie / www.pascalkeller.com

 

13.10.2014, Aguascalientes (Mexiko): „I am looking for the German class. Are you my teacher?“

Mein erster Arbeitstag in im My language buddy-Project, dem ersten von insgesamt zwei Projekten, in denen ich arbeiten werde, steht an. Weil es mein erster Tag ist, werde ich von einer AIESECerin Zuhause abgeholt und zu meiner Arbeitsstelle, einem Sprachinstitut, gebracht. Dort empfängt mich die Chefin kurz und zeigt mir den Unterrichtssaal.

Voller Spannung warte ich anschließend auf meine Studenten. Als ich nach über 40 Minuten schon dabei bin zu gehen, streckt ein schwarzhaariger Mann seinen Kopf in den Saal und fragt: „I am looking for the German class. Are you my teacher?“Yes, I am. Come in“, antworte ich überrascht und glücklich zugleich.

Meine erste Unterrichtsstunde als Deutschlehrer steht also doch noch an. Am Ende der Klasse, verabschiedet sich mein Student mit einem schwer verständlichen „Auf Wiedersehen!“.

Ich bin zufrieden.

 

24.12.2014, Aguascalientes (Mexiko): „Feliz Navidad!“

Knapp drei Monate meines Mexiko-Abenteuers und mein erstes Projekt sind bereits vorbei. Meine Deutschstudenten können nun ein bisschen Deutsch sprechen, während mein Spanisch auch immer besser wird. „Si claro, por supuesto hablo espanol!“, kann ich jetzt mit ein wenig Stolz sagen.

Ich habe in der Zwischenzeit viele neue Freunde gefunden, hauptsächlich AIESECer, und fühle mich nicht nur deswegen in Mexiko super wohl.Weihnachten Mexiko / www.pascalkeller.com

Auch das Wetter, die Gastfreundlichkeit und Offenheit der Mexikaner, die tollen Ausflüge und nicht zu vergessen die hübschen mexikanischen Frauen, tragen ihren Teil dazu bei.

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Es ist Weihnachten oder „La Navidad“, wie man hier in Mexiko sagt. Es ist das erste Weihnachten ohne meine Familie, doch dafür feiere ich das Fest mit zwei neuen Familien: meiner mexikanischen Familie und mit meiner AIESEC-Familie.

Obwohl es viele andere Weihnachtstraditionen im Vergleich zu Deutschland gibt, so ist manches auch ziemlich ähnlich: Auch Mexikaner essen an Weihnachten mehr als sonst, sind mit ihrer Familie zusammen und verteilen Geschenke. Mein größtes Geschenk ist dieses Jahr nichts Materielles, sondern meine bisher großartige Mexiko-Erfahrung.

 

07.01.2015, Aguascalientes (Mexiko): „ Hey guys I am Pascal, I`m German and I`m your new teacher!“

Nachdem mein erstes Projekt als Deutschlehrer ganz gut verlief, bin ich nun auf mein zweites Projekt, das Global Leadership School Project, gespannt. Immerhin ist es das Projekt, wegen dem ich nach Mexiko gekommen bin.

UTR Augascalientes / www.pascalkeller.com

Heute ist nun mein erster Arbeitstag an der Universidad Tecnologica El Retono (UTR). Dort werde ich in den kommenden drei Monaten als Lehrer täglich mit über 120 Studenten im Alter von 19-26 Jahren über das Thema „Success in life and career“ reden. Als ich vor meiner ersten Klasse stehe und alle Augen auf mich blicken, bin ich schon etwas nervös.

Ich starte daher ganz einfach: „Hey guys, I am Pascal,.I`m German and I`m your new teacher!“ Die Nervosität legt sich und der Rest läuft von ganz alleine. Das Projekt wird zum vollen Erfolg für alle Beteiligten.

 

27.02.2015, Sayulita (Mexiko): „Do more of what makes you happy!“

Ich verbringe eSayulita / www.pascalkeller.comin unvergessliches Wochenende am Strand von Sayulita. Wir zelten direkt am Strand und essen nur Taccos. Es ist eines von vielen Highlights während meiner Mexiko-Zeit. Ich habe mich in das Land und in die Menschen verliebt.

„Almost all the trainees fall in love with Mexico. I guess its part of the AlESEC experience in Mexico“, sagte sie mir Kary, meine mexikanische AIESEC-Betreuerin damals, als hätte sie es geahnt. Und sie hatte recht behalten: Ich hatte mich verliebt. In diese Frau und in dieses Land.

 

 

05.03.2015, Aguascalientes (Mexiko): „Thank you UTR, thank you AIESEC for giving me the best experience of my life!“

Die Zeit vergeht viel zu schnell, wenn man Spaß an der Arbeit und Spaß am Leben hat. Das muss ich nun am eigenen Leib erfahren. Heute ist schon mein letzter Arbeitstag an der UTR. Ich habe so viele inspirierende Kollegen kennengelernt, so viele neue Freunde gefunden und so viel Spaß an der Arbeit mit den Studenten gehabt, dass der Abschied mir nun verdammt schwer fällt.

Ich bekomme noch ein letztes Mal das Wort auf der großen Bühne des Auditoriums und halte vor über 70 Personen eine Präsentation. Am Ende der Präsentation zeige ich einen Film, der meine UTR/Mexiko-Erfahrung zusammenfasst. Alle haben eine meterhohe Gänsehaut im Saal einschließlich mir.

Ich verabschiede mich mit größter Dankbarkeit: „Thank you UTR, thank you AIESEC for giving me the best experience of my life!“

AIESEC/ www.pascalkeller.com

 

09.03.2015, Aguascalientes (Mexiko): „Nos vemos pronto, wey!“

Sechs Monate sind vorbei. Unglaublich. Unfassbar. „Warum müssen auch tolle Sachen immer ein Ende nehmen??!“, frage ich mich selbst. Es ist Zeit „Auf Wiedersehen!“ zu sagen.

Nach einer genialen Abschiedsparty, bei der alle AIESECer, Freunde, Studenten und Kollegen gekommen waren, sind meine Koffer für den Rückflug gepackt. Schweren Herzens verabschiede ich mich am Morgen von meiner Gastfamilie, die sich zu meiner zweiten Familie entwickelt hat.10984498_10153080349245479_3678817812054347564_n-min

Am Mittag dann sage ich endgültig „Adios“. Mit Tränen in den Augen verabschiede ich mich von Aguascalientes und meinen besten Freunden. „Nos vemos pronto, wey!“, sagt mein Gastbruder mir zum Abschied. Kary gibt mir noch einen letzten Kuss und flüstert “Te amo”. Ich habe Gänsehaut und weine.

Ich stelle fest: Es ist schwer neu anzukommen, aber ist noch viel schwerer zu gehen.

 

24.03.2015, Mexico City (Mexiko): “Some things are never-ending.”

Nach einer grandiosen zweiwöchigen Rucksackreise durch den Süden Mexikos, wo ich im Dschungel von Chiapas schlief, Maya-Pyramiden in Chitzen Itza bestieg und im türkisblauem Meer von Cancun schwamm, bin ich nun dorthin zurückgekehrt, wo meine Reise begann: Mexico City.

Dort verbringe ich meine letzte Nacht nach 6 Monaten Mexiko. Zum Abschied erfülle ich mir noch meinen letzten Wunsch und esse die Taccos, die ich in meiner ersten Nacht hier in Mexiko gegessen hatte.

Taccos / www.pascalkeller.com

Ich drücke Ross und Memo noch ein letztes Mal kräftig und steige mit Wehmut ins Uber-Taxi, das mich zum Flughafen bringt. Im Flugzeug lese ich den Brief, den mir Ross zum Abschied gegeben hatte. In dem Brief steht folgendes Zitat:

“Ends are not bad things, they just mean that something else is about to begin. And there are many things that don’t really end, anyway, they just begin again in a new way. Ends are not bad and many ends aren’t really an ending; some things are never-ending.”

„Ja, das ist es“, denke ich. Manche Dinge werden nie enden und so wird meine Erinnerung an die vergangenen Wochen und Monate in Mexiko nie, nie, nie enden.

 

25. März 2015, Frankfurt a.M. (Deutschland): „Welcome back! Schön, dass du wieder da bist“

Nach einem sehr angenehmen, 10-stündigen Rückflug, lande ich wieder in Deutschland. Als ich wieder deutschen Boden unter den Füßen habe, bekomme ich feuchte Hände. Mein Mexiko-Abenteuer ist endgültig vorbei. Ein neuer Lebensabschnitt wartet nun auf mich.

Als ich das Flughafen-Gate verlasse, wartet meine gesamte Familie mit Willkommensschildern auf mich. Ich bin überwältigt von diesem Empfang und falle meiner Mutter in den Arm: „Welcome back! Schön, dass du wieder da bist“, flüstert sie mir ins Ohr und drückt mich fest.

Ich bin wieder da und das mit einem Rucksack voller neuer Erfahrungen, Erlebnisse und Geschichten. Der neue Lebensabschnitt kann nun gewiss kommen!

Familie / www.pascalkeller.com

 

Ende des Abenteuers

 

Viele meiner Freunde die ich seit meiner Rückkehr getroffen habe, sagen zu mir: „Ich hätte auch ins Ausland gehen sollen. Ich bereue es das ich’s nie getan habe.“

Sie hatten die Möglichkeit genauso wie ich, aber sie wollten „erstmal 2-3 Jahre arbeiten.“ “Später“, so sagten sie, „kann ich ja immer noch weg.“

Manchmal wird dieses “später” aber zu „nie“.

Denn plötzlich wird es ernst mit dem Freund. Plötzlich hat man eine große Wohnung, ein Hund und ein Auto. Plötzlich hat meinen einen gut bezahlten Job, den man nicht einfach so aufgibt.

Plötzlich kommt man nicht mehr so einfach raus aus seinem gewohnten Leben.

Und irgendwann schaut man zurück und bereut es, dass man die Chance ins Ausland zu gehen nicht genutzt hat, als man sie hatte.

Sei du anders. Trauer nicht verpassten Chancen nach. Nutze jetzt die Möglichkeit im Ausland zu leben und eine Erfahrung zu machen, die dein Leben verändert.

 

Willst du auch mal für eine längere Zeit ins Ausland?

 

Trau dich, und schreibe einen Kommentar über deine Erfahrungen.

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Pascal Keller

Pascal ist Gründer und Autor des twentysomething 1x1. Er hat zwar nicht alle Antworten auf das Leben als twentysomething, aber er versucht sie zu finden und damit anderen jungen Menschen zu helfen ihre Zwanziger zur besten Zeit ihres Lebens zu machen.
  • Bernd Thomas

    Als AIESEC Praktikant hinaus in die Welt, das war schon in den ersten Jahren der Organisation Spitze (bezeugt ein Praktikant von 1956) und wird immer so bleiben. Ein besonderes Kompliment für den Text. AIESECer sollten das Schreiben noch ausbauen, vom Erlebnisbericht zur Novelle und sogar zur Zukunftsvision solidarischer Menschheitsbegegnung