Ballast abwerfen-

(Dies ist ein Gastbeitrag von Judith. Dazu später noch mehr. Jetzt: Bühne frei , Judith.)

Bist du auch einer der twentysomethings, der so viele Dinge besitzt, dass er gar nicht mehr weiß wohin damit?

Ja? Dann spreche ich mit dir.

Hast du dich schon einmal gefragt, wie viele Dinge du überhaupt besitzt? Wieviele Bücher, Socken oder Scheren du dein Eigen nennst und was du davon wirklich brauchst zum Leben?

Mich ließ der Gedanke nicht los, denn wie oft denke ich mir: Boah DAS eine Teil brauche ich oder wenn ich das habe, dann bin ich viel glücklicher, ohne zu wissen, was ich selbst eigentlich alles bereits besitze. Deshalb beschloss ich, einfach mal Inventur zu machen und nachzuzählen.

Dabei sind mir 10 Dinge aufgefallen, die vielleicht auch für dich interessant sein könnten.

 

10 Dinge, die dir auffallen, wenn du aussortierst

 

1.) Ich besitze sogar auf den ersten Blick weit mehr Zeug als ich gebrauche und benutze. Es gibt nur wenige Gegenstände, die mir wirklich wichtig sind.

2.) Dennoch: Die Gegenstände, die ich besitze spiegeln ein Stück meines Lebens und meiner Persönlichkeit wieder. Ich definiere mich zu einem Teil über die Dinge, die ich kaufe.

3.) Die Frage “Wie viel ist genug?” Lässt sich nicht einfach über eine Zahl oder die Häufigkeit der Nutzung bestimmen. Sie ist in erster Linie eine „Herzenssache“, die vom Zählen und anderen äußeren Faktoren beeinflusst wird, aber persönlich getroffen wird.

4.) Eine exakte Inventur mit Alter, Nutzung etc. ist nur bis zu einem begrenzten Maße möglich. Es bleibt steht’s ein Abbild der Realität – ein Foto oder Erinnerungsgegenstände beispielsweise lassen sich nur schwer rational erfassen. Persönliche Werte können nicht einfach quantifiziert werden. Wie oft „benutze“ ich ein Foto?

5.) Eine intensive Inventur führt zu einem stärkeren Bewusstsein für die Dinge, die ich besitze. Wenn ich einkaufe und weiß, ich habe so einen ähnlichen Stift schon oder ich besitze bereits 20 Bücher, die ich noch nicht gelesen habe, dann entscheidet man sich viel häufiger gegen einen Kauf. Es fällt mir nicht mal besonders schwer, weil ich weiß was ich alles „Schönes“ besitze.

6.) Es gibt nur wenige Gegenstände, wie z.B. mein massives Kiefernholzbett, oder meine Trompete, die ich wirklich schon lange besitze und regelmäßig gebrauche. Die meisten Dinge, die ich besitze, sind nicht älter als 3 Jahre und das meiste kaufe ich neu anstatt gebraucht.

7.) Die Kategorie „Essentiell“ JA/NEIN – lässt sich fast immer mit Nein beantworten. Wirklich brauchen tue ich kaum etwas. Aber dennoch will ich sehr vieles, und gerne auch immer wieder neue und andere Dinge. Ich kaufe also eigentlich nie Dinge, weil ich sie brauche, sondern weil ich sie möchte.

8.) Das was mir wichtig ist bzw. das was nicht „beliebig“ ist, hat immer konkret mit mir zu tun. Wie z.B. Fotos vom letzten Urlaub, selbstgemachte Bilder und Gegenstände, die alt genug sind, dass ich Erinnerungen und Erlebnisse mit ihnen verbinde. Alltagsgegenstände wie Geschirr & Möbel sind zum größten Teil austauschbar bzw. teilbar.

9.) So eine Inventur kostet echt sehr viel Zeit und es gibt Momente in denen man Kleinteile zählt und aufnimmt und den Fortschritt nicht sieht und dann auch die Motivation verlieren kann.

10.) Klarheit schaffen tut gut! Wissen was man hat und sich mit dem Gedanken beschäftigen, was brauche ich bzw. was will ich: Das bietet unglaublich viel Raum für bewusste Selbstverwirklichung, Kreativität und Visionen.

 

Vielleicht haben dich meine ersten Erkenntnisse zum Nachdenken gebracht und du fragst dich, wie viel Ballast du wohl mit dir herumschleppst? Dann möchte ich dich gerne ermutigen, dich selbst auf die Reise zu machen. Nimm dir z.B. einfach mal deinen Kleiderschrank vor und überlege dir was du wirklich gerne und viel trägst, was eigentlich viel zu viel ist und was weg könnte und mache deine eigene kleine Inventur. Ich kann dir sagen, sich von unnötigen Ballast zu befreien und dich auf die Dinge zu konzentrieren, die dir wirklich wichtig sind, tut gut und du lernst dich selbst neu kennen!

 

Hast du schon einmal von materiellem Ballast getrennt?
Welche Erfahrungen hast du dabei gemacht?

 

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Über die Autorin:

Judith_AutorenbildJudith ist ein kreativer, offener und vielseitiger Mensch, der sich seit längerem mit dem Thema nachhaltiger Lebensweisen beschäftigt und sich vielfältig engagiert. Durch das Projekt Konsumwandeln kam sie auf die Idee alle ihre Dinge zu zählen und startete ein Selbstexperiment, um der Frage – Was brauche ich zum Leben wirklich? – auf den Grund zu gehen. Was sie dabei erlebt und zu welchen Erkenntnissen sie dabei kommt teilt sie auf ihrem Blog judithmachtinventur.wordpress.com.